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Kinder misshandelt: Cottbuser Kita zu

Cottbus. Die Cottbuser Kita "Die kleinen Giraffen" hat ihre Betriebserlaubnis verloren. Wegen des Verdachts der mehrfachen Misshandlung von Kindern ermittelte die Staatsanwaltschaft. Die Verhandlung gegen die Kitaleiterin am Amtsgericht beginnt im März. Annett Igel-Allzeit

Das Mittagessen sei oft eine Tortur für die Kinder gewesen. Schafften sie das Essen nicht, soll es ihnen mit den Löffel in den Mund geschoben worden sein. Auch am Stuhl sei dafür so manches Kind festgebunden worden. Langsam erzählen Betroffene und groß war auch das Aufatmen im Cottbuser Jugendhilfeausschuss in dieser Woche. Bereits zum 27. Oktober 2016 hatte das Landesjugendamt im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport der Kita "Die kleinen Giraffen" die Betriebserlaubnis entzogen. Mit Ablauf der Widerspruchsfrist kann der Cottbuser Jugendamtschef André Schneider die Schließung nun öffentlich verkünden. Zuvor sei bereits im nichtöffentlichen Teil des Ausschusses über die Probleme mit dieser Einrichtung berichtet worden.

Aufgedeckt hatten die Missstände - die Staatsanwaltschaft nennt 22 Körperverletzungen und Nötigungen an Schutzbefohlenen in ihrer Anklage - zwei Praktikanten. Sie hatten sich über die ungewöhnlichen Praktiken in der Kita gewundert und dann in ihrer Schule darüber gesprochen, so der Leitende Oberstaatsanwalt Bernhard Brocher. "Die Schule wiederum tat genau das Richtige: Sie informierte das Cottbuser Jugendamt."

Ralph Kotsch, Sprecher des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg: "Das ist nun der Endpunkt einer schon länger währenden Auseinandersetzung mit der ehemaligen Vorsitzenden des Trägervereins, die zugleich die Leiterin der Kita, die Eigentümerin und Bewohnerin des Gebäudes war."