"Als ich in Gorden eingestiegen bin, hat es schon gequalmt", erzählt der zehnjährige Lukas. In Hohenleipisch wurde der Qualm dann immer schlimmer. "Das hat auch im Bus gestunken", sagt der Schüler. Angst habe er aber keine gehabt. Als der Bus kurze Zeit später an der Schule ankommt, wartet bereits Sebastian aus Hohenleipisch an der Haltestelle. Der Schüler will wie jeden Morgen nach Elsterwerda zur Schule. "Als ich den qualmenden Bus sah, war mir klar, dass da was nicht stimmt", erklärt der Teenager. Dann ging alles ganz schnell, erinnert sich Sebastian. Schnell haben die Kinder den Bus verlassen. Die Lehrer sorgen dafür, dass keine Panik aufkommt, bringen alle zur Schule und damit in Sicherheit. Auch der Schul-Hausmeister Wolfgang Birkner hilft bei der Rettung der Kinder aus dem brennenden Bus. "Natürlich waren die Schüler aufgeregt. Es ging aber trotz der Aufregung alles ruhig ab", berichtet er. Der Einsatz der Hohenleipischer Feuerwehr, die mit sechs Mann und zwei Tanklöschfahrzeugen vor Ort anrückt, wird von einigen Hohenleipischern beobachtet. Darunter sind auch Mütter, die gerade ihre Kinder zur Schule bringen wollen. "Ich habe die Feuerwehr schon von Weitem gesehen und dachte nur: Jetzt ist schon wieder was passiert", schildert Kathleen Lindner ihre ersten Eindrücke. Ihr siebenjähriger Sohn wurde gleich von einer Lehrerin in Empfang genommen. Nach ersten Erkenntnissen wird die Brandursache auf einen technischen Defekt an der Heizung am Heck zurückgeführt. Dirk Biebach, dessen Bus im Einsatz war, ist froh, dass niemandem etwas passiert ist. "Das ist die Hauptsache", so der Unternehmer. Während die Feuerwehr mit Schaum den Bus löscht, werden die 33 Schüler im Schulgebäude von Sanitätern untersucht. "Eine Vorsichtsmaßnahme, weil Rauchgasvergiftungen oft nicht gleich erkennbar sind", so Frank Schmidt, Einsatzleiter der Polizei. Auch der Bad Liebenwerdaer Pfarrer Thomas Meißner ist als Notfallseelsorger vor Ort. Nach einer halben Stunde gibt Schulleiterin Ines Pätzold Entwarnung. "Allen Kindern geht es gut", sagt sie erleichtert. Diese gute Nachricht will sie gleich den Eltern mitteilen.Wenige Meter weiter wartet schon der Ersatzbus, mit dem die größeren Schüler nach Elsterwerda fahren.