Aus dem Potsdamer Wissenschaftsministerium hat es am Montag auf RUNDSCHAU-Nachfrage weder eine Bestätigung noch ein Dementi gegeben. Für den heutigen Nachmittag ist allerdings die Vorstellung des Gründungsbeauftragten geplant. Zwei Wochen nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Neugründung einer BTU Cottbus/Senftenberg führt Ministerin Sabine Kunst (parteilos) jenen Vertrauten ein, der die neue Lausitz-Uni federführend aufbauen soll.

Dr. Birger Hendriks gilt als ausgewiesener Hochschulexperte, der fast 20 Jahre im Wissenschaftsministerium von Schleswig-Holstein als stellvertretender Staatssekretär und Abteilungsleiter gearbeitet hat. Seit 1999 ist der Jurist und promovierte Wirtschaftsrechtler von der Kultusministerkonferenz der Länder beauftragt, deren Interessen im Rahmen des Bologna-Prozesses in der Bologna Follow-up Group wahrzunehmen. Dieses Steuerungsgremium auf europäischer Ebene koordiniert, begleitet und treibt den Bologna-Prozess zwischen den Konferenzen der europäischen Minister voran. Die Funktion übt Hendriks auch nach seiner Pensionierung im Jahre 2010 aus.

In seine Kieler Ministeriumszeit fällt unter anderem die Verabschiedung und Umsetzung eines neuen Hochschulgesetzes. Zuvor hatte sich Hendriks gegen erheblichen Widerstand für die Fusion der Universitätskliniken Kiel und Lübeck stark gemacht, aus denen 2003 das Uni-Klinikum Schleswig-Holstein mit 2000 Ärzten und Wissenschaftlern in 70 Kliniken und Instituten entstand.