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Konstruktionsfehler hätten die EU in eine Schieflage gebracht. Die Osterweiterung sei nicht mit der notwendigen Vertiefung einher gegangen. "Der Euro selbst bekam keine durchgreifende finanzpolitische Steuerung."

Dennoch hätten alle Menschen in Europa "große politische und wirtschaftliche Vorteile von der Gemeinschaft."

Europa habe zwar keinen Gründungsmythos, aber eine identitätsstiftende Quelle: einen Wertekanon auf der Grundlage von Freiheit und Toleranz. "Unsere europäischen Werte sind verbindlich und sie verbinden."

Gauck fordert weitere Vereinheitlichung. "Ohne gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik kann eine gemeinsame Währung nur schwer überleben." Auch die Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik müsse zusammengeführt werden.

Ohne Zustimmung der Bürger könne Europa nicht gelingen. "Takt und Tiefe der europäischen Integration werden letztlich von den Bürgerinnen und Bürgern bestimmt."

Deutschland wolle den Partnern seine Politik nicht aufzwingen. "Wir wollen andere nicht einschüchtern, ihnen auch nicht unsere Konzepte aufdrücken."

"Europa braucht jetzt nicht Bedenkenträger, sondern Bannerträger, nicht Zauderer, sondern Zupacker, keine Getriebenen, sondern Gestalter."

Europa habe noch keine gemeinsame Öffentlichkeit. "Wir brauchen eine Agora" - einen medialen Marktplatz als Ort des öffentlichen Streits.

"Ein besseres Europa entsteht nicht, wenn wir die Verantwortung dafür immer nur bei anderen sehen."