In Potsdam glühen derzeit die Telefondrähte. Vor allem in der SPD wird darüber verhandelt, wer die insgesamt fünf Ministerien erhalten soll, die der Partei nach dem Koalitionsvertrag zustehen. Und während es hinter den Kulissen klar ist, dass manche Minister und Ministerinnen in der Planung für die kommende Legislaturperiode eher keine Rolle mehr spielen – beispielsweise Innenminister Karl-Heinz Schröter und Infrastrukturministerin Kathrin Schneider, deren Häuser beide an die CDU gehen – wird an anderer Stelle noch kräftig spekuliert. Denn im Unterschied zur CDU, bei der mit der Besetzung von wenigstens einem Ministerium durch eine auswärtige Kraft zu rechnen ist, ist die SPD in der komfortablen Situation, mehr Namen als Posten, die zur Verfügung stehen, in der Hinterhand zu haben.

Kulturministerium heiß umkämpft

Besonders diskutiert wird derzeit noch über das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Hierfür käme etwa die Potsdamer Bundestagsabgeordnete Manja Schüle (SPD) infrage, die an allen Koalitionsverhandlungen teilnahm. Denn würde die frühere SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz zur Bundesvorsitzenden der SPD gewählt, würde wohl kaum ein Weg daran vorbeiführen, dass sie in Schüles Wahlkreis für den Bundestag kandidiert.

Den bisherige Chef der Staatskanzlei, Martin Gorholt, könnte Kulturminister werden: Sollte die bisherige Innenstaatssekretärin Katrin Lange Chefin der Staatskanzlei werden, wäre der ebenfalls an allen Verhandlungen beteiligte Gorholt frei – und als früherer Kulturstaatssekretär kennt er nicht nur das Ministerium aus dem Effeff. Er hätte auch das Format, um unangenehme Entscheidungen – etwa die Ansiedlung eines Teils des Hauses in Cottbus – bei der Belegschaft durchzusetzen. Glaubwürdiger wäre dabei freilich noch die derzeitige Ministerin Martina Münch: Sie hat das Haus in den vergangenen Jahren nicht nur kompetent geführt, sie wohnt auch selbst in Cottbus und könnte ihre Arbeitszeit deswegen auf beide Standorte aufteilen.

Die letzten Entscheidungen über die Personalien werden aber wohl erst bei einer Fraktionsklausur fallen, die die SPD in den kommenden Tagen plant. Sollte Mike Bischoff tatsächlich ins Kabinett wechseln, müsste die Fraktion dann auch über einen Nachfolger für ihn entscheiden. Hierfür kämen dann unter anderen Generalsekretär Erik Stohn oder der Parlamentarische Geschäftsführer Björn Lüttmann in Betracht, die auch für einen Generationswechsel in der Brandenburger Sozialdemokratie stünden.