Demnach seien "über die bereits von Ministerin Golze kommunizierten Schritte hinaus keine weiteren Maßnahmen erforderlich".

Zu den bereits laufenden Maßnahmen zählt das Ministerium vor allem ein "informelles Experten-Netzwerk Crystal", das von der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen im Auftrag des Ministeriums moderiert werde. Darin würden Suchtpräventionsstellen, Polizei und Gesundheitsämter kooperieren und "die Problematik Crystal analysieren".

"Informationen über die Risiken der Droge dürften inzwischen allgemein bekannt sein", heißt es in dem Schreiben. In Brandenburg gebe es auch keinen Mangel an stationären Kapazitäten zur Behandlung von Crystal-Süchtigen. Allerdings gäbe es Schwächen in der Betreuung der Betroffenen vor einer Einweisung in die Kliniken.

Der CDU-Gesundheitspolitiker Raik Nowka, der sich im Landtag seit Beginn der Legislaturperiode für den Kampf gegen Crystal Meth einsetzt, reagierte auf das Schreiben des Ministeriums empört. "Es macht mich sprachlos, erkennen zu müssen, dass die Landesregierung von SPD und Linke dem Thema Crystal Meth immer noch nicht die notwendige Bedeutung zukommen lässt", sagte Nowka der RUNDSCHAU. Der Konsum von Crystal Meth sei kein regionales Problem, für das nur die Kommunen zuständig seien. Vielmehr müsse das Land handeln und "zum Schutz unserer Kinder den Kampf gegen die gefährliche Droge aufnehmen". Bei einer Anhörung im Herbst 2015 im Gesundheitsausschuss hatten Vertreter der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen noch von "deutlich zu wenig" Plätzen für die Therapie von Crystal-Meth-Abhängigen gesprochen. Dagegen hatte der Linken-Bundestagsabgeordnete Frank Tempel im Dezember eine Legalisierung der Droge gefordert.