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Keine Pauschale für Konto-Überziehung

Sieg für die Verbraucher - das entschied der BGH am Dienstag in Karlsruhe.
Sieg für die Verbraucher - das entschied der BGH am Dienstag in Karlsruhe. FOTO: dpa
Karlsruhe. Es ist ein Sieg für die Verbraucher: Wenn Kunden ihren Dispokredit überziehen, dürfen Banken ihnen nicht pauschal Strafgebühren dafür berechnen. Das entschied der Bundesgerichtshof. dpa/rdh

Banken dürfen für geduldete Kontoüberziehungen keine Pauschale mehr verlangen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entsprechende Klauseln der Deutschen Bank und der Targobank als unangemessene Benachteiligung der Kunden untersagt.

Die beiden Finanzinstitute hatten von ihren Kunden für die sogenannte geduldete Überziehung über den vereinbarten Dispokredit hinaus Mindestgebühren verlangt. Die Verbraucherzentralen hatten dagegen geklagt - und nun vor dem BGH Recht bekommen.

"Überzieht der Kunde sein Konto nur um wenige Euro, führt ein Mindestentgelt zu horrend hohen Kosten. Diese Praxis haben wir für unzulässig gehalten. Mit diesem Urteil können Bankkunden gezahlte Mindestentgelte nun zurückverlangen.", sagt Christian Urban von der Verbraucherschutzzentrale NRW.

Geduldete Überziehung bedeutet, dass der Kontoinhaber nicht nur ins Minus rutscht, sondern dabei auch noch seinen Dispokredit überschreitet. Kassiert die Bank dafür nicht einfach Zinsen, sondern grundsätzlich ein Mindestentgelt, kann das für den Kunden sehr ungünstig sein. Im Extremfall kann es passieren, dass er wegen einer Überziehung um wenige Cent an nur einem einzigen Tag mehrere Euro Gebühr zahlen muss.