Kinder mit einem geringeren Gewicht können auf Wunsch der Eltern bestattet werden. Ansonsten sind sie laut Gesetzestext von "der Einrichtung, in der die Geburt erfolgt ist, hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend zu beseitigen, sofern sie nicht rechtmäßig zu medizinischen, pharmazeutischen oder wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden".

In einer emotionalen Rede verwies der Cottbuser Landtagsabgeordnete Raik Nowka (CDU) darauf, dass alle Eltern, die ihr Kind verloren haben, einen Ort zur Verarbeitung ihrer Trauer haben sollten. "Wir wollen, dass alle kleinen Menschen, denen ein Leben verwehrt wurde, ein Recht auf eine Bestattung haben." Die Grünen-Abgeordnete Ursula Nonnemacher erinnerte an die Anpassung des Personenstandsrechts durch den Bundestag. Demnach können auch Totgeburten mit 500 Gramm Gewicht standesamtlich angemeldet werden.

"Der Gedanke, Geburtsschmerzen ohne die Aussicht auf ein lebendes Kind durchzustehen, wird von den meisten Frauen als extrem belastend empfunden", sagte Nonnemacher. Es sei "völlig unpassend", dass totgeborene Babys unter 500 Gramm nur auf Wunsch der Eltern zu bestatten seien.

Redner des Regierungslagers verwiesen dagegen darauf, dass die heutige Rechtslage ausreiche. "Alles weist darauf hin, dass die Krankenhäuser und Geburtshäuser sorgfältig mit dem Thema umgehen", sagte der Linken-Abgeordnete Hans-Jürgen Scharfenberg. "Es gibt kein Argument, das eine Neuregelung nötig machen würde", sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD).