Doch er ist leer. Wer in dieser Woche versucht, Landespolitiker telefonisch zu erreichen, hat es mit Wellness-Hotels und Skipisten, Ferienhäusern und vor allem Mailboxen zu tun.

Es ist Pause, denn zwischen Weihnachten und dem Drei-Königs-Tag haben auch Politiker einmal frei. Zumal der Brandenburger Landespolitik ein spannendes Jahr bevorsteht: In den Bürgerämtern und Rathäusern werden die Unterschriften für das Volksbegehren zu den Lausitzer Hochschulen gesammelt werden, und noch in der ersten Jahreshälfte kommt es wohl zur Volksabstimmung über das Nachtflugverbot am Großflughafen BER. Sie ist zugleich der Start in das Superwahljahr 2013/2014: Die Bundestagswahlen, die Kommunalwahlen, die Europawahlen und zum Schluss die Landtagswahl 2014 stehen den Brandenburgern in den nächsten zwei Jahren bevor. Die FDP und die Piraten haben ihre Landesliste für die Bundestagswahlen bekanntlich schon aufgestellt, die anderen Parteien werden es im Frühjahr tun.

Wobei insbesondere das erste März-Wochenende ein spannendes Wochenende voller Weichenstellungen werden wird: Denn mit 24 Stunden Abstand treffen sich die Delegierten von CDU und Grünen in Potsdam, um ihre Spitzenkandidaten für die Bundestagswahlen zu bestimmen.

Zu den weniger schönen Momenten des kommenden Jahres könnte dagegen die Verabschiedung eines Nachtragshaushalts gehören. Risikofaktoren dafür gibt es viele: Das Groschengrab Flughafen wird selbstverständlich nicht sofort in den ersten Wochen des kommenden Jahrs gestopft sein, und im Februar geht es mit dem Prozess des Unternehmers Peter Niedner weiter, der das Land bekanntlich auf Schadenersatz für seine gescheiterte Investition in Großräschen verklagt.

Sollte beides zuungunsten des Landes ausgehen, werden auch die Knallkörper und Raketen des Silvestertags vermutlich nicht mehr ausreichen, um das Gespenst drohender Verteilungskämpfe vom Brandenburger Winterhimmel zu vertreiben.

P.S.: Gut allerdings ist es, dass die Vertreter aller Parteien rechtzeitig vor Ablauf des alten Jahres noch einmal einen Blick in ihren Kalender geworfen haben. Denn ursprünglich waren die Parteitage von CDU und Grünen einmal parallel geplant - und zumindest in der öffentlichen Wirkung wäre das für beide Parteien wohl ein bisschen Weltuntergang gewesen.