Es könnte die Klagen eines Dorfbewohners und der Umweltorganisation BUND als unzulässig abweisen oder diese in einer weiteren Verhandlung inhaltlich diskutieren. (Az.: 1 C 26/14) Die Kläger richten sich gegen den vom schwedischen Energiekonzern Vattenfall geplanten Ausbau des Tagebaus Nochten II. Sollten die Pläne realisiert werden, müssten rund 1600 Menschen und 40 Betriebe umgesiedelt werden. Betroffen wäre auch eine Reihe sorbischer Dörfer.

Vattenfall und der Regionale Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien argumentierten am Donnerstag in der mündlichen Verhandlung, dass die Kläger gerichtlich nicht gegen den Braunkohleplan vorgehen dürften, da dieser nicht detailliert genug sei. Während der weiteren Planung gebe es dazu außerdem noch genug Möglichkeiten, sagte Vattenfall-Anwalt Bernd Dammert. "Der Plan ist im Grunde der Start für die Umsiedlung", hielt Kläger-Anwältin Roda Verheyen dem entgegen. Sie zog einen Vergleich zu der Planung eines Windparks. Dagegen könne sich ein Nachbar wehren, obwohl er nur Schattenwurf und Lärm zu befürchten habe.

Etwa 40 betroffene Dorfbewohner und Umweltschützer verfolgten die Verhandlung. Vor dem Gerichtsgebäude protestierten Umweltorganisationen gegen den Braunkohleabbau. Sie liegen auf einer Linie mit der Mehrheit der Deutschen. Nach einer Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Umweltorganisation WWF und des Ökoenergie-Anbieters Lichtblick wollen 67 Prozent der Deutschen die Kohleverstromung auslaufen lassen; 19 Prozent wollen sogar alle Kohlemeiler zügig abschalten.