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| 01:33 Uhr

Kein Konzept gegen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind in Deutschland längst zu einer Volkskrankheit geworden. Ein umfassendes Versorgungskonzept sucht man allerdings vergebens, kritisieren Gesundheitsforscher. dpa/roe

Für Menschen mit chronischen Rückenschmerzen gibt es nach Ansicht von Experten kein integratives Versorgungskonzept. "Die geringe Abgestimmtheit des Systems - jeder ist zunächst einmal für sich da und keiner arbeitet integrativ - spielt eine Rolle dafür, dass ich auf Dauer keine vernünftige Versorgung bei solchen Patienten sehe", sagte Professor Gerd Glaeske am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des "Versorgungsatlas Schmerz". Die Analyse von 5,2 Millionen Versicherten der Krankenkasse DAK ergab, dass 43,5 Prozent von ihnen im Jahr 2006 wegen Rückenschmerzen behandelt wurden. Um ihre Schmerzen zu lindern, besuchen Patienten häufig vergeblich unterschiedliche Fachärzte. Mehr als 80 Prozent der Untersuchten, die an spezifischen Rückenschmerzen litten, konsultierten mehr als eine Facharztgruppe. Das deute darauf hin, "dass bei den Ärztekontakten vor Ort nicht das erreicht wurde, was gewünscht war", sagte der Bremer Gesundheitsforscher Glaeske. Obwohl einem Großteil der Patienten ein Schmerzmedikament verschrieben wurde, erhielten nur wenige von ihnen eine spezielle schmerztherapeutische Behandlung. dpa/roe Seite 2