Trotz leicht rückläufiger Eingangszahlen und einer hohen Erledigungsquote schieben die Sozialgerichte noch immer einen Berg unerledigter Verfahren vor sich her. An den vier Sozialgerichten im Land Brandenburg gingen fast fünf Prozent weniger Klagen ein, der Bestand wuchs gleichzeitig um zwei Prozent auf fast 36 000 unerledigte Verfahren zum Jahresende 2014.

Am Sozialgericht Dresden sank die Zahl der Eingänge im Vorjahr sogar um rund 13 Prozent gegenüber 2013. Der Bestand an unerledigten Verfahren ging gleichzeitig um zehn Prozent zurück. Mit mehr als 16 000 Akten im Bestand liegt die Zahl der unerledigten Fälle auch am Sozialgericht Dresden jedoch noch über dem jährlichen Neuzugang.

Flächendeckend an allen Sozialgerichten der Region betrifft mehr als die Hälfte aller Klagen, Beschwerden und Widersprüche den Streit um Hartz-IV-Leistungen. Daran wird sich nach Einschätzung des Vizepräsidenten des Landessozialgerichtes Berlin-Brandenburg, Herbert Oesterle, auf längere Sicht nichts ändern. Die Besserung auf dem Arbeitsmarkt gehe an den Langzeitarbeitslosen vorbei. Deshalb erwarte er, so Oesterle, "dass die Dominanz der ,Hartz-IV‘-Verfahren an den Gesamteingängen ebenfalls von Dauer sein dürfte". Er fordert deshalb für die Sozialgerichte in Brandenburg nicht nur vorübergehend mehr Richter zur Bearbeitung der Rückstände, sondern auch mehr Personal im nichtrichterlichen Bereich. Bei den Erledigungszahlen liegen die Sozialrichter in Brandenburg und Sachsen gleichauf etwas über dem Bundesdurchschnitt.