Sie sind es zunächst, die seine Worte in die Öffentlichkeit bringen: Der 30-Jährige will nun doch in Russland bleiben - als von den USA politisch Verfolgter mit Asyl.

Seit drei Wochen gilt Snowden als "Phantom", weil ihn seit seiner Landung am 23. Juni niemand zu Gesicht bekommen hat. Doch mit dem wie aus heiterem Himmel einberufenen Treffen am Freitag gibt es nun nicht nur Augenzeugenberichte, dass sich Snowden tatsächlich auf dem Flughafengelände aufhält. Auch Fotos der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kursieren, und das russische Boulevardportal lifenews.ru stellt sogar ein wackliges Handyvideo der Zusammenkunft ins Netz.

"Hallo. Mein Name ist Ed Snowden." Mit diesen Worten beginnt der IT-Experte seinen Appell vor den zusammengerufenen Menschenrechtlern, auf die der Flüchtige nun seine Hoffnungen setzt. Mit ihrer Hilfe will er seinen Asylantrag in Russland vorbringen - und angeblich auch auf die Forderung von Kremlchef Wladimir Putin eingehen, dass er nicht mit neuen Enthüllungen den USA weiter schaden dürfe. Er sehe keinen Ausweg und könne angesichts der Kontrollen von Flügen nicht ohne Weiteres nach Lateinamerika ausreisen, so Snowden.

Ein Großaufgebot von Sicherheitskräften verhindert, dass Hunderte wartende Journalisten bei diesem Auftritt zugegen sind. Die Stahltür mit der Aufschrift "Nur für Mitarbeiter", hinter der die Teilnehmer des Treffens verschwinden, ist belagert.

Zwar unterschreibt Snowden bei dem Treffen auch den Asylantrag, verlässt zunächst den Airport aber nicht. Er fühle sich in seinem Hotel im bequemen Transitbereich wohl, berichten Teilnehmer des Treffens. Dort kann der wegen Geheimnisverrats von den USA Gejagte bleiben, solange er will - das hat Russland immer wieder betont. "Es gibt keine Begrenzungen. Alles hängt nur von der Größe des Geldbeutels ab", erklärt der Direktor der mächtigen russischen Einwanderungsbehörde, Konstantin Romodanowski.