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Katar-Krise – Berlin drängt auf Dialog

Berlin/Doha. (dpa/bl) Trotz Vermittlungsbemühungen zeichnet sich in der schweren Krise zwischen Katar und mehreren arabischen Staaten keine Entspannung ab. Die Bundesregierung rief am Mittwoch zum Dialog und Abbau der diplomatischen Spannungen auf.

"Wir sind überzeugt, dass ein Zwist unter Partnern und Nachbarn am Ende nur die Falschen stärkt", sagte Außenminister Sigmar Gabriel nach einem Treffen seinem saudischen Kollegen Adel Al-Dschubair in Berlin.

Die USA hatten zuvor ihren Druck auf Katar erhöht. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini bezeichnete die aktuelle Situation in den Golfstaaten in Brüssel als "sehr destabilisierend".

Der saudische Außenminister blieb bei seiner Kritik und sieht das Golf-Emirat am Zug. Katar müsse nun die passenden Schritte unternehmen, sagte Al-Dschubair. "Ich hoffe, dass Katar den Forderungen der Golfstaaten nachkommt." Saudi-Arabien habe die Maßnahmen nur mit großem Schmerz, aber im Interesse Katars und der Stabilität der Region getroffen. "Wir sehen Katar als Bruderstaat, als Partner. Aber auch einem Bruder muss man etwas sagen, wenn etwas richtig oder falsch ist."

Saudi-Arabien und mehrere arabische Staaten hatten am Montag alle diplomatischen Kontakte mit dem kleine Emirat abgebrochen und auch die Flugverbindungen gestoppt. Die Nachbarländer schlossen ihre Grenzen. Damit ist der Gastgeber der Fußball-WM 2022 isoliert. Es ist die schwerste diplomatische Krise am Golf seit Jahren. Unter anderem versucht Kuwait, in der Krise zu vermitteln. Die arabischen Länder werfen Katar die Unterstützung von Terrororganisationen und gute Kontakte zum schiitischen Iran vor. Dieser ist ein Erzrivale des sunnitischen Saudi-Arabiens.

Russland indes wies eine Verwicklung in mögliche Hackerangriffe in Katar zurück. "Wir haben mehr als einmal erklärt, dass staatliche russische Strukturen keinen Bezug zu Hacking haben", sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow. Der US-Sender CNN hatte zuvor unter Berufung auf US-Ermittler berichtet, russische Hacker hätten möglicherweise Katars Nachrichtenagentur gehackt und mit einer Falschmeldung zur Krise unter den Golfstaaten beigetragen.