Nach dem vorläufigen Ergebnis, das die katalanische Regierung in der Nacht zum Montag veröffentlichte, hatten sich etwa 2,25 Millionen Stimmberechtigte an der Befragung beteiligt. Davon votierten 80,7 Prozent für die Unabhängigkeit.

Die spanische Zentralregierung stufte die vom Verfassungsgericht untersagte Befragung dagegen als "politische Propagandaaktion" ein und drohte der katalanischen Regierung mit strafrechtlichen Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob gegen Gesetze verstoßen wurde, teilte der Madrider Justizminister Rafael Catalá mit. Wenn der Verdacht sich bestätige, werde die Anklagebehörde rechtliche Schritte einleiten. Die Beteiligung an der nicht bindenden Befragung überstieg die Erwartungen der Initiatoren. Diese wollten mindestens 2,1 Millionen abgegebene Stimmen erreichen. Dies war die Zahl der Wähler, die bei der Regionalwahl 2012 für die separatistischen Parteien gestimmt hatten. 10,1 Prozent sprachen sich bei der Befragung für die Bildung eines katalanischen Staates aus, der aber weiterhin zu Spanien gehören sollte. 4,6 Prozent votierten gegen die Unabhängigkeit.