Konfetti, Kamellen und Funkenmariechen: Cottbus hat sich am Sonntag wieder in eine Karnevalshochburg verwandelt. Der Zug der fröhlichen Leute ist zum 25. Mal durch die Innenstadt gerollt. Längst bevor der erste Festwagen überhaupt die Ehrentribüne am Staatstheater erreicht, ist die Stimmung bei mildem Frühlingswetter bereits ausgelassen.

Maus und Dinosaurier laufen händchenhaltend die Cottbuser Straßen entlang. Und Cowboys schunkeln gemeinsam mit Hexen, Clowns und Hasen im Takt der Partymusik. Und nicht nur ein Weihnachtsmann hat den weiten Weg vom Nordpol auf sich genommen, um sich Ostdeutschlands größten Karnevalsumzug anzuschauen.

Denn zu sehen, gibt es einiges. Neben ausgefallenen Kostümen und tanzenden Funkenmariechen dürfen auch ein paar Spitzen gegen die Politik nicht fehlen. So nimmt der Luckauer Carnevals Club den neuen Flughafen aufs Korn. Denn mit seinem löchrigen Heißluftballon kann ein Luckauer Bruchpilot nicht abheben. Seine Botschaft: "BER ein Steuerloch - wie lange noch?" Der Catholische Carnevals Club Cottbus sagt mit Blick auf die Kreisgebietsreform schon einmal Cottbus als Kreisstadt ade und hat gleich ein neues Ortsschild im Gepäck - danach gehört die Stadt ab 2017 dem "Kreis Woidke" an.

Für die Interessengemeinschaft Sielower Karneval gibt es keinen Grund mehr zum Feiern: "Es wird kein Witz mehr gerissen, denn die Zeit ist zu beschissen", ist das Motto der Sielower. Aber die Karnevalisten meinen dennoch: "Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken." Und so feiern sie ausgelassen und verteilen viele Kamellen an die Tausenden Besucher am Wegesrand. Und neben Bonbons und Gummibärchen regnete es in diesem Jahr auch Chipstüten, Popcorn und sogar kleine Fußbälle von den Trucks. Doch besonders nach den Mitbringseln des Waldower Fastnachtsverein recken sich die Hände an den Straßenrändern. Denn jeder will einen der begehrten Pfannkuchen abbekommen. Mehr als 2000 davon haben die Waldower Narren in diesem Jahr nach Cottbus mitgebracht - so viele wie noch nie.

Doch schon am Samstag wurde in der Region kräftig gefeiert. Weit über zehntausend Menschen sind zum Plessaer Karnevalsumzug mit mehr als 40 Bildern gefahren. Dort gab es diesmal ganz viel Geschichte in und um die Umzugsbilder zu erleben. Mit mehreren großen Fässern auf dem Wagen wurde von Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich Jaschinski mit seinen "Schwarzen Elstern" unter anderem an den 500. Geburtstag des Deutschen Reinheitsgebotes erinnert.

"Das ganze Wochenende steht bei uns im Zeichen des Karnvevals", sagt Petra Mühl. Die Lautaerin freut sich besonders, dass immer mehr zu richtigen Kostümen greifen. "Und am Montag geht es weiter: Dann ist Rosenmontagsumzug in Wittichenau."