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Karneval im Schatten des Terrors

Cottbus. Der Zug der fröhlichen Leute mit rund 80 000 Besuchern und 3000 Aktiven aus ganz Südbrandenburg ist die erste Großveranstaltung in der Region nach dem Terroranschlag von Berlin. Die Polizei hat daher ihr Sicherheitskonzept verschärft. Andrea Hilscher

Sven Bogacz, Leiter der Polizeidirektion Süd: "Wir müssen größtmögliche Sicherheit bieten, wollen aber den Volksfestcharakter des Umzuges nicht stören." Es gebe keine Hinweise auf terroristische Anschläge. "Aber eine Veranstaltung mit großer Fanalwirkung, die live im Fernsehen übertragen wird, bietet mehrere Anreizfaktoren für mögliche Anschläge."

Die Polizei hat daher die Zahl ihrer Einsatzkräfte deutlich erhöht. Erstmals wurden auch Spezialkräfte aus anderen Bundesländern angefordert. Besucher sollen möglichst unbelastet feiern können, daher sind viele Polizisten in Zivil unterwegs. Bogacz: "In der dritten Reihe werden allerdings auch uniformierte Kräfte mit Maschinenpistolen stehen."

An über einem Dutzend strategisch bedeutsamer Zufahrten verhindern Container, dass Amokfahrer mit Lkw in den Zug rasen. Drei mobile Polizeiwachen und eine 360-Grad-Videoüberwachung an der Strecke sorgen für schnelle Kommunikation und ein rasches Eingreifen im Ernstfall.

Sven Bogacz: "Wir haben uns auf alle Formen terroristischer Angriffe eingestellt." Bomben, Schusswaffen, Messerangriffe - alles hätten Terroristen in den vergangenen Monaten in Europa benutzt. "Wir sichern die Strecke bestmöglich", so Bogacz. "Aber Einzeltaten sind nicht auszuschließen." Sollte es zu einem derartigen Angriff kommen, sei die Polizei so aufgestellt, dass blitzschnell reagiert werden kann.

In Plessa wird bereits heute der Straßenkarneval gefeiert. Lokales Seite 15