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Karl-Marx-Orden brachte 8000 Euro

Die Sonnenbrille von Alexander Schalck-Golodkowski liegt in einem Auktionshaus zusammen mit einer Ausgabe der Zeitschrift "Quick" auf deren Titelbild er und der ehemalige bayrische Ministerpräsident Strauß abgebildet sind. Daneben liegt der Diplomatenpass. Alles kam unter den Hammer.
Die Sonnenbrille von Alexander Schalck-Golodkowski liegt in einem Auktionshaus zusammen mit einer Ausgabe der Zeitschrift "Quick" auf deren Titelbild er und der ehemalige bayrische Ministerpräsident Strauß abgebildet sind. Daneben liegt der Diplomatenpass. Alles kam unter den Hammer. FOTO: dpa
Hamburg. Vom knallroten ledernen Diplomatenpass mit eingeprägtem Staatswappen der DDR über einen Verdienstorden aus dem Kaiserreich Japan bis hin zu einem goldenen Ehrenkreuz der NSDAP – Teile des persönlichen Nachlasses des einstigen SED-Wirtschaftsfunktionärs Alexander Schalck-Golodkowski sind am Samstag in Hamburg unter den Hammer gekommen. Für rund 70 000 Euro sind am Samstag in Hamburg 40 Gegenstände des Nachlasses des früheren DDR-Devisenhändlers Alexander Schalck-Golodkowski versteigert worden. Wiebke Dördrechter

"Wir sind sehr zufrieden mit der Bilanz", sagte Auktionator Carsten Zeige.

Darunter befanden sich unter anderem eine Vielzahl von Orden und Auszeichnungen des SED-Wirtschaftsfunktionärs. Ein Karl-Marx-Orden, die höchste Auszeichnung der DDR, erreichte mit 8000 Euro den höchsten Versteigerungswert. Eine Agentenbrille sowie der Diplomatenpass von Schalck-Golodkowski kamen für 3300 Euro unter den Hammer. Neben Saal- und Live-Bietern im Internet gab es auch einige Telefonbieter aus Deutschland, den USA und Russland.

Schalck-Golodkowski gilt als eine der schillerndsten DDR-Persönlichkeiten. Der ehemalige Oberst des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) war im Juni 2015 im Alter von 82 Jahren gestorben. Er hatte 1983 mit dem damaligen CSU-Chef Franz Josef Strauß einen Milliardenkredit in D-Mark für die DDR ausgehandelt. Das Geschäft bewahrte die DDR vor dem Staatsbankrott.