"Die Zahl erinnert an die Apostel, steht aber auch für die zwölf Ortschaften, die hier vom Uranbergbau betroffen waren", erklärt Frank Lange vom Kirchlichen Umweltkreis Ronneburg in Thüringen. Seit Jahren wurde um einen Erinnerungsort für Dörfer wie Schmirchau, Gessen, Culmitzsch und Lichtenberg gerungen, die zu DDR-Zeiten für den Uranbergbau der Wismut abgerissen wurden.

Nun sind Lange und seine Mitstreiter am Ziel: Am morgigen Donnerstag wird eine Gedächtniskapelle in der Neuen Landschaft Ronneburg geweiht. Die Pläne reichen viele Jahre zurück. Ursprünglich sollte die Kapelle schon 2007 zur Bundesgartenschau stehen. Doch der damalige Entwurf erwies sich als zu ambitioniert, die Kosten von bis zu 180 000 Euro waren nicht zu stemmen, wie Lange erläutert. So sei der anfängliche Elan erlahmt.

Doch 2011 wurde der Verein "Gedächtniskapelle Ronneburg" neu belebt. Dieses Mal entschied man sich für eine kleinere Variante. "Wir hatten bei einer Reise in Österreich eine Kapelle gesehen, die uns sehr gefallen hat", erzählt Lange. Nach deren Vorbild sei ab 2013 in Ronneburg gebaut worden - da, wo einst der Ort Schmirchau stand und später ein gigantisches Tagebauloch klaffte. Zulasten von Mensch und Natur war die DDR einst zum drittgrößten Uranproduzenten der Welt aufgestiegen und lieferte den Rohstoff für Atomwaffen und Kernkraftwerke in der damaligen Sowjetunion. Seit der Wiedervereinigung wurden diese Altlasten mit Milliardenaufwand saniert. In Ronneburg selbst ist eine künstliche Landschaft entstanden, an der - auch mit Hilfe historischer Bilder - das Ausmaß bis heute zu erahnen ist.