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Kanzlerin stellt sich weiter auf harte Iran-Verhandlungen ein

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt sich auf weiterhin harte Verhandlungen über das iranische Atomprogramm ein. "Wir wünschen uns einen erfolgreichen Abschluss, aber er ist noch nicht geschafft", sagte Merkel am Dienstag nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten François Hollande in Berlin. dpa/uf/bl

Die CDU-Politikerin bekräftigte, dass ein Abkommen garantieren müsse, dass der Iran sich nicht atomar bewaffnen könne. "Das ist das, was für uns zählt." Am vorerst letzten Tag der Verhandlungen über das umstrittene iranische Atomprogramm rangen die Beteiligten in Lausanne intensiv um eine Einigung. Die Gespräche am Genfer See befänden sich in einer kritischen und schwierigen Phase, hieß es von deutscher Seite.

Bis Mitternacht wollten die UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien) sowie Deutschland und der Iran eine Grundsatzeinigung in dem zwölf Jahre währenden Streit erzielen. Ein umfassendes Abkommen ist bis Anfang Juli angepeilt. Knapp vor dem Ablauf der Frist um Mitternacht brachten die Beteiligten eine kurze Verlängerung der Atomgespräche ins Spiel. Es seien genügend Fortschritte erzielt worden, um eine Fortsetzung der Gespräche in den Mittwoch hinein zu rechtfertigen, sagte US-Außenamtssprecherin Marie Harf in Lausanne. "Ich fürchte, wir verbringen die Nacht damit", erklärte auch der französische Außenminister Laurent Fabius.

Eine Mehrheit der US-Bürger befürwortet einer Umfrage zufolge ein Abkommen mit der Islamischen Republik. 59 Prozent der Befragten sprachen sich in einer am Montag (Ortszeit) veröffentlichten repräsentativen Erhebung der Zeitung "Washington Post" und des Senders ABC News für eine Einigung aus, bei der im Gegenzug für eine Einschränkung des iranischen Atomprogramms die Sanktionen gegen das Land gelockert würden.