Aber die Kanzlerin ignorierte nicht nur die Konkurrenz vor Ort, als sie auf dem Landesparteitag der CDU einen kurzen und umjubelten Redeauftritt hatte.
Sie begnügte sich vielmehr mit einer Standardrede, in der sie bei einigen Passagen wie etwa zur Reform der Erbschaftssteuer oder zum Ausbau der Kinderbetreuung sogar ausdrücklich erwähnte, dass dergleichen in Brandenburg sicher keine wichtige Aufgabe sei. Gelegentlich erwähnte sie das CDU-Spitzenpersonal des Landes lobend - Kulturministerin Johanna Wanka, Innenminister Jörg Schönbohm, Parteichef Ulrich Junghanns - und CDU-Vize Sven Petke durfte für eine witzige Bemerkung zum allzu schnellen Übergang ins Seniorenalter herhalten. Von der besonderen Verbundenheit zu dem Bundesland, in dem sie „noch ein Häuschen“ hat und das sie „unsere schöne Heimat“ nannte, war ansonsten aber nichts zu bemerken. Die Rede hätte in weiten Teilen besser zu Bayern oder Hessen gepasst.
Dabei hatte der Parteitag für den Auftritt der Kanzlerin ex tra die Ausführungen des Landesvorsitzenden abgebrochen. Junghanns sollte ursprünglich nach Merkel reden, wurde aber auch deswegen vorgezogen, weil die Kanzlerin spät kam und gleich wieder weg musste.
Neben Merkels Rede verabschiedeten die Delegierten des Parteitages bis auf eine Enthaltung einstimmig ein 17 Seiten starkes Papier mit den kommunalpolitischen Leitlinien. Unter dem Titel „Zu Hause in Brandenburg - Für starke Kommunen in einem starken Land“ wird dort besonders betont, dass Randregionen nicht von der allgemeinen Entwicklung abgekoppelt werden dürften. „Wir setzen auf ein ganzes Brandenburg und nicht auf ein Brandenburg des Speckgürtels“ , bemerkte Generalsekretär Rolf Hilke dazu. Die kommunalpolitischen Leitlinien verlangen unter anderem eine klimaverträgliche Nutzung der Braunkohle, Zugang zum „schnellen Internet“ auch in ländlichen Regionen sowie den Erhalt der Alleen. Ein weiteres Ziel ist ein kostenfreies letztes Kita-Jahr. (Eig. Ber./jl/dpa)