Betriebsrat Lieske sagte dem Bayerischen Rundfunk, es habe "Signale" des Arbeitgebers gegeben, dass ein Lohnverzicht bis in den zweistelligen Prozentbereich hineingehen könne. Allerdings sei ihm noch nicht einmal ein Antrag des Arbeitgebers dazu bekannt. Die gewerkschaftlichen Vertrauensleute hätten diskutiert, ob die Beschäftigten bereit wären, der IG Metall für solche Verhandlungen das Mandat zu geben. GM will in Europa 950 Millionen Euro einsparen und hat für den Sanierungsplan um 3,3 Milliarden Euro an staatlicher Unterstützung gebeten. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sagte N24, die Beschäftigten seien bereit, einen Beitrag zur Rettung des Unternehmens zu leisten - und zwar "in Form einer Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung" am künftigen Unternehmen Opel in Europa. "Innigstlich" bat Franz, "dieses Gerede von Insolvenz sein zu lassen." Allein "dieses drohende Damoklesschwert einer Insolvenz würde die Kunden, die Beschäftigten und die Händler verunsichern". Auch SPD-Generalsekretär Hubertus Heil kritisierte am Montag, "Bundesminister, die über eine Insolvenz schwadronieren, handeln nicht besonders verantwortungsvoll". Das Wirtschaftsministerium dementierte einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach es vor dem Hintergrund der Krise um Opel an einer Änderung des Insolvenzrechts arbeite. Eine "eingeschränkte Insolvenz" könne es betroffenen Unternehmen erleichtern, möglichst große Teile fortzuführen und eine entsprechende Zahl von Arbeitsplätzen zu erhalten, hatte die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise berichtet. Opel könne ein erster Anwendungsfall werden. Die Bundesregierung betonte auch am Montag, für Entscheidungen in Sachen Opel - auch was die Diskussion um eine Insolvenz angehe - müsse zunächst ein Konzept des Autobauers vorliegen. Bislang sei das noch lückenhaft und ergänzungsbedürftig, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg. "Große Bedeutung" habe hier die Reise von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in die USA am Sonntag. Unterdessen haben Management und Betriebsrat von Opel Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser wegen seiner öffentlichen Ablehnung staatlicher Hilfen für den Autobauer scharf kritisiert. In einem offenen Brief an Kannegiesser schrieben die Opel-Vertreter: "Es ist sehr befremdend, wie Sie als Vorsitzender von Gesamtmetall über ein Mitgliedsunternehmen richten, ohne dass Sie sich konkrete Informationen von den Verantwortlichen bei Opel oder GM Europa eingeholt haben."Opel hat laut einem Bericht der "Welt" in den vergangenen Jahren Steuern in Deutschland gezahlt. Das Unternehmen habe aber zugleich von hohen Steuerrückzahlungen profitiert, sodass es in der Summe der vergangenen drei Jahre Steuerprofiteur gewesen sei, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Zeitung. www.lr-online.de/opel