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Kampfansage an radikale Islamisten

Jetzt reicht‘s: Theresa May schickt aus London eine Kampfansage an radikale Islamisten.
Jetzt reicht‘s: Theresa May schickt aus London eine Kampfansage an radikale Islamisten. FOTO: dpa
London. Nach drei schweren Terroranschlägen in kurzer Folge will Premierministerin Theresa May den radikalen Islamismus aus der britischen Gesellschaft "ausrotten". Zugleich unterstützte die Regierungschefin am Montag die "Shoot to Kill"-Taktik der Polizei, also gezielte Schüsse mit Tötungsabsicht auf Angreifer. dpa/roe

"Jetzt reicht's", sagte May nach dem Londoner Anschlag zu Pfingsten mit sieben Toten. Am Donnerstag wählen die Briten ein neues Parlament. Der Kampf gegen den Terror steht im Mittelpunkt des Wahlkampfs.

May stellte einen Vier-Punkte-Plan vor, der sich mit aller Härte nicht nur gegen Terroristen, sondern gegen den radikalen Islamismus schlechthin richtet. "Wir müssen viel stärker daran arbeiten, ihn zu erkennen und ihn aus dem öffentlichen Dienst und der Gesellschaft auszurotten." Mit dem Begriff "öffentlicher Dienst" spricht May vermutlich das Schulwesen an. Es gebe "viel zuviel Toleranz für Extremismus in unserem Land", sagte sie. "Wir werden den Terroristen nicht erlauben, dass sie uns besiegen. Wir werden sie besiegen." May plant unter anderem eine schärfere Überwachung von Internet und Messengerdiensten. Auch längere Haftstrafen gehören zum Paket.

Indes haben unbeeindruckt von einem Terroralarm Zehntausende Musikfans beim Festival "Rock am Ring" gefeiert, getanzt und gesun gen. Während das dreitägige Festival mit rund 87 000 Besuchern in vollem Gange war, ermittelte die Polizei gegen drei Männer und durchsuchte deren Wohnungen in Hessen. Es gab Unstimmigkeiten zwischen den Personen und den Namen auf ihren Zugangsausweisen für sicherheitsrelevante Bereiche. Deswegen war das Festivalgelände am Freitag in einer bislang beispiellosen Evakuierung geräumt worden. Politik Seite 7

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