Zum Schutz der Umwelt sollen Verbraucher künftig deutlich weniger Plastiktüten benutzen. Darauf verständigten sich Unterhändler von EU-Staaten und Europaparlament. Mit den neuen Regeln will die EU vor allem die Nutzung leichter Einweg-Tüten eindämmen - hauchdünne Gemüsebeutel und dickere Plastiktaschen wären nicht betroffen. Allerdings könnte das Vorhaben noch an Bedenken der EU-Kommission in Brüssel scheitern.

Kommt alles wie geplant, wären Einwegtüten künftig vielleicht nicht mehr gratis. So könnte es ab 2017 eine Abgabegebühr geben, oder der Einzelhandel müsste Steuern zahlen, heißt es aus dem EU-Parlament. Alternativ könnte es auch Ziele zur Minderung des Verbrauchs geben, von derzeit 176 Einwegtüten auf 40 Tüten pro Person und Jahr bis Ende 2025. Wie sie genau vorgehen, könnten die EU-Staaten selbst entscheiden.

Ganz dünne Beutel - wie sie etwa an Gemüsetheken verwendet werden - könnten die Regierungen von den Auflagen ausnehmen. Nach früheren Angaben der EU-Kommission benutzt jeder Europäer knapp 200 Plastiktüten im Jahr, davon 176 Einwegtüten.

Als sicher gilt die Einigung allerdings erst, wenn die Botschafter der EU-Länder sie offiziell bestätigt haben. Dies ist für diesen Freitag vorgesehen. "Wenn diese Einigung kommt, ist es ein historischer Schritt, Plastiktüten und Plastikmüll in der EU endlich zu verringern", erklärte die dänische Grüne Margrete Auken, die die Gesetzgebung im Parlament federführend betreut.

Doch die EU-Kommission hat Bedenken angemeldet, Einzelheiten will sie aber erst am heutigen Mittwoch erläutern.