| 02:39 Uhr

Kampf um Kompetenz in der Lausitz

Kraftwerk Schwarze Pumpe
Kraftwerk Schwarze Pumpe FOTO: Bartholome
Cottbus. Die Lausitz spricht nicht mit einer Stimme, wenn es um die Zukunft geht. Parallel-Strukturen werden zementiert und ausgebaut, statt sie zu überwinden. Ein BTU-Gutachten fordert eine durchgreifende Neuordnung. Christian Taubert

Die Lausitzer wollen den Strukturwandel, um auch nach dem Kohlezeitalter noch gut bezahlte Industrie-Arbeitsplätze zu bekommen. Als Institutionen sind dafür die Innovationsregion Lausitz GmbH und die Lausitzrunde ins Leben gerufen worden. Mit Wirtschaftsförderung und Innovationen befasst sich aber auch eine Reihe weiterer Vereine und Vereinigungen.

"Damit sind wir weit davon entfernt, mit einer Stimme für die Lausitz zu sprechen", sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese. Er hatte gemeinsam mit seinem sächsischen Fraktionskollegen Thomas Jurk ein Treffen der Lausitzrunde mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eingefädelt. Der SPD-Spitzenmann forderte von dem Gremium mit 23 Lausitzer Kommunalpolitikern aus Brandenburg und Sachsen, künftig einen Ansprechpartner für das Zukunftsthema zu benennen.

Die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos), eine Sprecherin der Runde, erklärte daraufhin, es müsse eine Struktur geben, in der sich alle Akteure beim Strukturwandel in der Lausitz wiederfänden.

Darauf zielt auch ein Gutachten der BTU Cottbus-Senftenberg. Wegen des Zeithorizontes für den Strukturwandel, der sich in Jahrzehnten bemesse, empfehlen die Wissenschaftler eine klare Institutionalisierung. Die Region sei gut beraten, "sich Strukturen zu geben, die Aussichten auf eine solche Kontinuität bieten". Wichtig sei es zudem, Kompetenzen und Zuständigkeiten der einzelnen Institutionen klar abzugrenzen.