Der Verein hatte angekündigt, auf den Aufbau eines neuen Büros in der Lausitzmetropole notfalls zu verzichten. Grund dafür seien die Kürzungen in dem im Ministerium von Franziska Giffey (SPD) angesiedelten Bundesprogramm „Demokratie leben“.

So sollen im Jahr 2020 für Projekte in ganz Deutschland 107,5 Millionen Euro statt der vorgesehenen 115,5 Millionen Euro investiert werden. In den Jahren darauf sind weitere Einsparungen geplant. „Aus unserer Sicht wäre es sehr, sehr nötig, dass die Opferperspektive gerade in Cottbus ein Büro aufmacht“, sagte der Fraktionschef der Linken im Potsdamer Landtag, Sebastian Walter. Man fordere die Landesregierung auf, zu prüfen, ob solch ein Büro aus Landesmitteln finanziert werden könne.

Im künftigen Regierungslager traf die Forderung der Linken auf vorsichtige Unterstützung. „Wir halten Opferarbeit und Demokratiearbeit für sehr wichtig“, sagte die Fraktionschefin der Grünen, Ursula Nonnemacher.

„Ich hoffe sehr, dass in der Haltung der Bundesministerin noch nicht das letzte Wort gesprochen ist, und die Finanzierung fließen wird“, sagte Nonnemacher. „Ansonsten wäre das ein Vorschlag, den wir Bündnisgrünen teilen.“

CDU-Fraktionschef Jan Redmann verwies darauf, dass die Diskussion um das Programm „Demokratie leben“ auf Bundesebene noch nicht abgeschlossen sei. „Wir halten die Opferperspektive für eine wichtige Einrichtung“, sagte Redmann. „Uns ist auch sehr daran gelegen, dass sie ihre Arbeit machen kann.“

Auch SPD-Fraktionschef Mike Bischoff zeigte sich aufgeschlossen. „Es liegt auch ein Stück in der DNA der SPD, derartige Initiativen zu unterstützen“, sagte er am Dienstag.

Er gehe davon aus, dass Bundesministerin Giffey alles dafür tun werde, um das Projekt weiterzufinanzieren. „Wenn das nicht möglich ist, werden wir sicher einen Weg finden, dieses Projekt aus Mitteln des Landes Brandenburg zu finanzieren und zu erhalten.“