In dem Register sollen künftig Informationen zu Krebsdiagnosen, Behandlungen und Nachsorge aus beiden Bundesländern gesammelt und ausgewertet werden. Dabei geht es neben der Qualität der Therapien auch um die Überlebenszeiten der Patienten, ihre tumorfreie Zeit, Rückfälle und Lebensqualität. Das Register soll im Januar 2016 in Trägerschaft der Landesärztekammer Brandenburg starten, die Zentrale soll in Cottbus ihren Sitz haben.

Brandenburg hat bereits seit 1995 ein flächendeckendes klinisches Krebsregister, Berlin bisher nicht. Alle Bundesländer sind zum Aufbau eines solchen Registers verpflichtet, Zusammenschlüsse sind möglich. Krebs ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

In Berlin erkranken pro Jahr rund 17 400 Menschen neu an Krebs, rund 8800 sterben jedes Jahr an den Folgen.

In Brandenburg bekommen jährlich rund 15 000 Menschen die Neudiagnose Krebs, etwa 7500 sterben. Rund 20 Prozent der Krebspatienten aus Brandenburg werden in der Hauptstadt behandelt. Die häufigsten Krebsarten mit Todesfolge sind nach Angaben der Senatsverwaltung Erkrankungen der Verdauungsorgane, danach folgen bei Männern Lungen- und Bronchialkrebs und bei Frauen Brustkrebserkrankungen. Dank verbesserter Diagnose- und Therapieverfahren lebte heute rund 60 Prozent aller Krebspatienten nach der Diagnose noch mindestens fünf Jahre. Noch vor 20 Jahren war es nur ein Drittel. Die Gesamtkosten für den Aufbau des Registers werden für Berlin auf 663 000 Euro geschätzt. Bis zu 550 000 Euro kommen dabei aus einem Förderprogramm der Deutschen Krebshilfe.

Im Land Brandenburg wurde das klinische Register bis 2014 freiwillig durch die Krankenkassen finanziert. 2015 beteiligt sich das Land Brandenburg mit zehn Prozent an den Gesamtkosten, die pro Jahr bei rund 200 000 Euro liegen.