Ein Rücktritt oder die Bitte um Beurlaubung könne eine persönliche Überlegung Kaminskis gewesen sein, sagte Rathaussprecherin Kerstin Kirmes gestern. Aber ein solches Angebot habe es nicht gegeben.
Sie kündigte an, dass sich Kaminski, der bisher zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen zumeist geschwiegen oder sich über seinen Anwalt geäußert hat, voraussichtlich morgen den Fragen der Leipziger Ratsversammlung stellen werde. Der parteiinterne Prüfbericht zur CDU-Spendenaffäre soll laut Leipziger Kreisverband ebenfalls morgen vorliegen. "Der Bericht muss Grundlage für das gemeinsame Aufarbeiten von Landes- und Kreisverband sein", sagte der stellvertretende Leipziger Kreisverbandschef Robert Clemen (CDU) gestern. "Im Moment ist zu viel miteinander verquickt. Das muss jetzt getrennt werden", sagte er.
Kaminski wird vorgeworfen, während seines Oberbürgermeister-Wahlkampfes 1998 im Namen der CDU falsche Spendenquittungen ausgestellt zu haben. Ferner soll er einem angeblichen Wahlhelfer als Dank eine millionenschwere Provision beim Neubau des Zentralstadions zugeschanzt haben. (ddp/dpa/gb)