Nach dem brandenburgischen Polizeigesetz hat die Landesregierung eine jährliche Berichts-pflicht über verdeckte und offene Datenerhebungen der Polizei. In Potsdam stand der Hauptbahnhof im Visier von Kameras. Dort wurden im Jahr 2012 im videoüberwachten Bereich 91 Straftaten (2011: 100) begangen. Im angrenzenden, nichtüberwachten Bereich waren es mit 1325 Delikten den Angaben nach weit mehr. Dort stieg die Kriminalitätsrate auch deutlich an, denn 2011 wurden im angrenzenden Bereich nur 972 Straftaten registriert.

Kritiker fordern deshalb schon seit Langem die Abschaffung der Kameras. Sie argumentieren, dass durch die Überwachung die Kriminalität nur verlagert werde. In Frankfurt (Oder) wurden das Gebiet am Grenzübergang, in Erkner der Bahnhofsvorplatz und in Guben der Bereich Straupitzstraße/Gasstraße videoüberwacht. Auch in Frankfurt und in Guben gibt es in diesen Bereichen kaum noch Straftaten, dafür umso mehr in den angrenzenden Gebieten.

In Guben wurden 2012 im videoüberwachten Bereich sieben Straftaten registriert, im angrenzenden Bereich waren es 355. Nur in Erkner gab es 2012 im videoüberwachten Bereich mehr Delikte (74) als im Bereich nebenan (54).

"Zu keinem der Standorte sind datenschutzrechtliche Verstöße oder Einwände der Datenschutzbeauftragten bekannt", erklärte eine Sprecherin des Innenministeriums. Wohnraumüberwachungen oder Aufzeichnungen von Telefonaten wurden laut dem Bericht 2012 nicht vorgenommen. Allerdings wurde häufig der Standort von Mobilfunk-Geräten ermittelt - etwa bei der Suche nach Vermissten oder Selbstmordgefährdeten. Nicht erfasst werden in der Statistik installierte Kameras von einigen Bundeseinrichtungen sowie kommunalen und privaten Eigentümern. Vor allem wie viele private Überwachungsgeräte im Land Brandenburg installiert sind, ist vollkommen unklar.