Gansuri trat die Nachfolge von Essam Scharaf an, dessen Kabinett nach Ausbruch der neuen Protestwelle den Rücktritt eingereicht hatte.

Den Ägyptern ist Gansuri als Ministerpräsident in Erinnerung, der sich für die Belange der Armen interessierte. Als Privatisierung und Liberalisierung des ägyptischen Marktes an Dynamik verloren und eine Währungskrise das Vertrauen ausländischer Investoren erschütterte, musste Gansuri 1999 seinen Hut nehmen. Parlamentarier warfen ihm damals einen autokratischen Führungsstil vor.

Nach Beginn der Massenproteste gegen Mubarak im Januar hatte er sich erstmals seit Jahren wieder öffentlich zu Wort gemeldet und sich für einen Wandel ausgesprochen.

Wie der neue Ministerpräsident am Freitag verkündete, habe er mehr Handlungsspielraum vom Militärrat bekommen als sein Vorgänger. Gansuri sagte, dass der Vorsitzende des Militärrats, Feldmarschall Hussein Tantawi, nicht im Amt bleiben werde. Dies sei eine Voraussetzung für al-Gansuri gewesen, als Ministerpräsident zur Verfügung zu stehen. In einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz sagte er, ein neues Kabinett werde nicht vor dem Beginn der Parlamentswahlen am Montag gebildet. Der 78-Jährige machte während seiner Erklärung einen fahrigen Eindruck und rang nach Worten.