Heißt das, der Österreicher Tatort ist Kinderkram? Nein. Der Kalte Krieg ist wohl kaum ein Thema, das sich für Max-und-Moritz-Geschichten oder Bibi-Blocksberg-Hörspiele eignen würde. Und für einen Tatort? Naja, bedingt. Wer Geschichte mag und Ende der 60er-Jahre schon alt genug war, sich mit dem Ost-West-Konflikt auseinanderzusetzen, dem dürfte der Abend am Sonntag gefallen haben. Wer lieber leichte Kost ohne großen Hintergrund mag, der hätte vielleicht einen Hamburger Til-Schweiger-Tatort lieber gesehen. Mal abgesehen davon, hat sich der Sonntagabend-Krimi aus Österreich nun gelohnt oder nicht? Es ist nie leicht, geschichtliche, politische, wirtschaftliche oder andere komplexe Zusammenhänge in 90 Minuten nicht nur zu erklären, sondern auch noch eine aktuelle Geschichte um diese Zusammenhänge herumzustricken. Wohl deshalb gab es den einen oder anderen Moment, an dem man gerne ausgestiegen wäre und irgendwas weniger Zusammenhängendes mit dem Sonntagabend angefangen hätte. Aber: Es gibt Kommissare, mit denen man sich weniger gern langweilt, Eisner und Fellner sind nun mal ein gutes und sehenswertes Team - selbst wenn sie, wie noch nicht allzu lange her, versuchen, James Bond Konkurrenz zu machen und sogar fahrende Züge aufhalten.

So viel Action gab es beim jüngsten Tatort aus Österreich nicht. Die spannendste Szene war wohl das Ins-Wasser-Fallen der Kommissarin. Das war in der Tat ein bisschen Kinderkram. Aber so was tut ja auch mal gut, wenn die Krimi-Kost alles andere als leicht ist.