Der Bruder des US-Präsidenten George W. Bush beauftragte daraufhin allerdings eine Kommission, bis Anfang März zu prüfen, ob Hinrichtungen mit Giftspritzen überhaupt mit der US-Verfassung vereinbar seien. Eine Menschenrechtsorganisation reichte zudem erneut eine Klage beim Obersten Gerichtshof Floridas ein. In Floridas Gefängnissen warten derzeit 374 Menschen auf die Vollstreckung der Todesstrafe.
Der 55-jährige Angel Nieves Diaz war am Mittwoch mit einer Giftspritze hingerichtet worden und erst nach langem Todeskampf gestorben. Augenzeugen berichteten laut der Zeitung "Miami Herald" von offensichtlichen Qualen, die der wegen eines Mordes 1979 verurteilte Diaz zu erleiden hatte. Normalerweise dauere es höchstens ein paar Minuten, bis ein Verurteilter das Bewusstsein verliere und höchstens eine Viertelstunde, bis die Todesspritze ihre volle Wirkung erziele, zitierte der Sender MSNBC den zuständigen Gefängnisarzt. Allerdings hatten bei Diaz offenbar die Injektionsnadeln seine Venen durchstochen, sodass das Gift nicht umgehend in die Blutbahn floss. Deshalb sei der Mann bei Bewusstsein geblieben, bis eine weitere Spritze verabreicht wurde.
Angel Nieves Diaz (55) war vor 27 Jahren zum Tode verurteilt worden. Der Mann aus Puerto Rico hatte eine Barangestellte ermordet. Der Bundesstaat Florida hatte im Jahr 2000 Hinrichtungen auf dem elektrischen Stuhl gestoppt, nachdem zwei Todeskandidaten bei der Hinrichtung Feuer gefangen hatten.
Auch in Kalifornien hob ein Bundesrichter den Vollzug der Todesstrafe vorübergehend auf, weil Todesspritzen möglicherweise verfassungswidrig seien. Die Verfassung verbiete grausame und außergewöhnliche Bestrafungen, sagte Richter Jeremy Fogel am Freitag in San Jose. Im Bundesstaat Missouri war schon im November der Vollzug der Todesstrafe wegen der fragwürdigen Methode mit der Giftspritze ausgesetzt worden. (dpa/kr)

studie US-Bürger skeptisch
 In den USA wächst die Skepsis an der Institution Todesstrafe. Im Jahr 2006 seien nur 114 Menschen zum Tod verurteilt worden, weniger als jemals zuvor in den vergangenen 30 Jahren, berichtete das "Todesstrafen-Informationszentrum" am Wochenende in Washington in seinem Jahresbericht. 53 Menschen wurden hingerichtet, sieben weniger als 2005 und 45 weniger als im Jahr 1999. US-Bürger seien zudem zunehmend an Alternativen zur Todesstrafe interessiert.
Die Todesstrafe sei ein "regionales Phänomen", hieß es. 83 Prozent der Hinrichtungen würden im Süden der USA vollstreckt. Im Nordosten gab es 2006 keine Exekutionen. 3366 Männer und Frauen sitzen gegenwärtig in Todeszellen in 37 Bundesstaaten.