Hans Rudolf Herren/Stiftung Biovision (Schweiz): D er Schweizer Agrarwissenschaftler und Insektenkundler ist nach Angaben der Stiftung "einer der weltweit führenden Experten auf den Gebieten der biologischen Schädlingsbekämpfung und des nachhaltigen Landbaus". Auf dem Bauernhof aufgewachsen, studierte und forschte er in Zürich, Berkeley und Nigeria. Als sich in den 1970er-Jahren die Schildlaus auf dem Kontinent ausbreitete, half Herren mit einer Alternative zu Pestiziden: Er brachte den natürlichen Feind der Laus, eine parasitäre Wespe, nach Afrika und verhinderte so massive Ernteausfälle. Nach Einschätzung der Stiftung wurden so 20 Millionen Menschen gerettet - vor dem Hungertod und den Spätfolgen der Pestizide. Mit seiner Biovision Foundation helfe der 65-Jährige heute "Landwirten in Afrika, Hunger, Armut und Krankheit durch ökologischen Landbau zu bekämpfen" . Paul Walker (USA): D er US-Amerikaner ist nach Einschätzung der Stiftungsjury "einer der effektivsten Wegbereiter für die Abschaffung von Chemiewaffen". Unter anderem war es demnach sein Militärdienst auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges, der Walker (67) veranlasste, sich für Abrüstung und Waffenkontrolle einzusetzen. Nach einer Zeit als Wissenschaftler in Harvard gründete Walker 1979 das Nuklearwaffenkontrollprogramm der "Union of Concerned Scientists". Bis 1993 war er Co-Direktor des Institute for Peace and International Security, später wurde er Direktor für "Environmental Security and Sustainability" beim Internationalen Grünen Kreuz. Walker hat großes Verhandlungsgeschick und setzt sich laut der Stiftung "unerbittlich und auf allen Ebenen" dafür ein, die Chemiewaffenkonvention von 1997 umzusetzen .

Radschi Surani (Palästinensergebiete): Den 59-jährigen Surani beschreibt die Stiftung als furchtlosen Kämpfer für die Menschenrechte in der arabischen Welt, als jemanden, der "nie zögert, die Wahrheit gegenüber den Mächtigen auszusprechen". Seit mehr als drei Jahrzehnten verteidigt der Jurist Palästinenser vor israelischen Militärgerichten und ist in dieser Zeit sechsmal wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet worden. Das von Surani gegründete Palästinensische Zentrum für Menschenrechte untersucht und dokumentiert Rechtsverletzungen in den besetzten Gebieten. Sein Wissen gibt Surani heute auch an syrische Richter, Anwälte und Aktivisten weiter .

Denis Mukwege (Kongo): Der kong olesische Arzt gilt seit Jahren als Anwärter auf einen Friedensnobelpreis. In einem Krankenhaus in Süd-Kivu hat er laut der Stiftung rund 40 000 vergewaltigte Frauen behandelt, psychologisch betreut und ihnen Gehör verschafft. Der 58-Jährige ruft immer wieder dazu auf, die Täter nicht ohne Strafe davonkommen zu lassen. Nach einer Rede Mukweges vor den UN 2012, bei der er forderte, die verantwortlichen Rebellengruppen zu "verdammen", wurde ein Mordanschlag auf ihn verübt. Ein Mitarbeiter lenkte die Attentäter ab, wurde selbst getötet - und rettete so Mukweges Leben.