Johann-Dietrich Wörner. Von Puttkamer starb an Herzversagen. Wörner nannte von Puttkamer einen "großen Kämpfer für die bemannte Raumfahrt".

Der gebürtige Leipziger von Puttkamer war nach einem Maschinenbaustudium an der Technischen Hochschule Aachen 1962 in die USA ausgewandert. "Der Mond war sein großes Lebensthema, der Mars seine große Zukunftshoffnung", sagte der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Peter Hintze (CDU). Von Puttkamer habe das Gesicht der Raumfahrt an der Seite Wernher von Brauns geprägt.

Von Puttkamer sei erst Ende November für eine Woche in Aachen zu Gast gewesen und habe als Honorarprofessor Vorträge vor Studenten gehalten, sagte der Sprecher der FH Aachen, Roger Uhle. "Mit seiner Begeisterung für die Raumfahrt hat er die Studierenden regelrecht angesteckt."

Der deutsch-amerikanische Fachmann arbeitete in den 1960er-Jahren unter Wernher von Braun am Apollo-Mond-Programm. Nach dem Ende des Programms leitete er im Nasa-Hauptquartier in Washington eine Arbeitsgruppe zur permanenten Erschließung des Alls. Als dienstältester Mitarbeiter war er bis zuletzt für die Internationale Raumstation ISS und seit 2004 für die Realisierung des Mond- und Marsprogramms mitverantwortlich.

In einem Gespräch mit der RUNDSCHAU im Juli 2010 hatte von Puttkamer Deutschlands Rolle in der bemannten Raumfahrt kritisiert: "Wenn sich Deutschland irgendwann mal den Ruck gibt, in der bemannten Raumfahrt über die ISS hinaus aktiv zu werden, könnte der Jugend damit die Perspektive gegeben werden, die ihr Interesse an der Erlangung der notwendigen Bildungsgrundlagen anfeuert. Ein Land ohne Visionen hat eine Jugend ohne Perspektiven, und mit so einer Jugend hat ein Land keine große Zukunft."