angeboten. "Lassen Sie uns versuchen, Gemeinsamkeiten und gegebenenfalls Alternativen zu wenig hilfreichen gegenseitigen Angriffen herauszustellen", schrieb Mackenroth gestern in einem Offenen Brief an die Pfarrer von Thomas- und Nikolaikirche.
Zugleich ließ der Minister keinen Zweifel daran, dass er öffentliche Kritik an der Rechtssprechung, wie sie Führer und Wolff zuvor in einem Offenen Brief in scharfer Wortwahl geübt hatten, ablehne und für kontraproduktiv halte. Damit hätten die beiden Geistlichen die Gerichte und damit die Rechtsordnung diskreditiert. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bautzen hatte entschieden, dass die Neonazis durch die Leipziger Innenstadt bis in den linksalternativen Stadtteil Connewitz marschieren dürfen.
Am Rande des Aufmarsches der rund 850 Rechtsextremisten am Sonntag war es zu Ausschreitungen gekommen. Mehr als 2700 Polizisten waren im Einsatz, mit Wasserwerfern und Reizgas wurde eine Sitzblockade von Gegendemonstranten aufgelöst (die RUNDSCHAU berichtete).
Das OVG hatte befunden, "dass konkrete Anhaltspunkte für eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nicht drohen" und daher den Neonazi-Marsch durch die Innenstadt zugelassen. In den vergangenen Jahren war es bei ähnlichen Aufzügen immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. (ddp/mb)