Auf allen 55 Listenplätzen folgten die 79 Delegierten der Personalempfehlung Jurks. Vor der Aufstellung der Liste hatte die SPD ohne Gegenstimme bereits ihr Wahlprogramm verabschiedet. Zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl wurde erstmals Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee gewählt, der bislang kein Abgeordnetenmandat besitzt. Jurk hatte seine Partei schon 2004 in den Wahlkampf geführt, als die Sozialdemokraten das bis heute schlechteste Ergebnis bei einer Landtagswahl in der Bundesrepublik erzielten. Seitdem ist die SPD mit nur noch 13 Abgeordneten im Landtag vertreten, aber an der Regierung mit der CDU beteiligt. Die SPD zieht ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf. Auf ein konkreteres Wahlziel als das, mit mindestens 20 Abgeordneten in den Landtag einzuziehen, legte sich Jurk nicht fest. In Erinnerung an das schlechte Abschneiden 2004 rief er den Delegierten zu: "Noch einmal 9,8 Prozent geht nicht." Zugleich verwies er auf Umfragen, laut denen die SPD derzeit auf 16 bis 20 Prozent komme. Er sei "der Überzeugung, dass wir stark abschneiden werden".94,9 Prozent für Stange Bei der Wahl der weiteren Listenplätze landete Jurks SPD-Kabinettskollegin Eva-Maria Stange mit 75 Ja-Stimmen bei 94,9 Prozent. Fraktionschef Martin Dulig erhielt auf Rang drei wie Jurk 89,9 Prozent. Auch Ex-Landrätin Petra Köpping (80,8 Prozent) und SPD-Generalsekretär Dirk Panter (88,5 Prozent) auf den Plätzen vier und fünf sind Landtagsmandate sicher. Beide sind wie Stange bislang nicht im Parlament vertreten.86,1 Prozent für NolleAuch die Wahl des Abgeordneten Karl Nolle auf Listenplatz 14 war ungefährdet. Er bekam 86,1 Prozent der Stimmen. Nach der Aufforderung des CDU-Landtagsfraktionschefs Steffen Flath, dass sich die SPD zur Frage eines Bündnisses mit der Linken erklären solle, sagte Tiefensee: "Politiker, die in der DDR gemeinsame Sache mit der SED gemacht haben, sollten an dieser Stelle lieber die Klappe halten." Er warnte zugleich seine Partei davor, sich von der Linken "das Wasser abgraben" zu lassen. Der 54-Jährige wurde von der Sachsen-SPD mit 92,4 Prozent auf den ersten Listenplatz zur Bundestagswahl gewählt.