Cordt verbrachte einen Großteil ihres Berufslebens in der Bundesagentur für Arbeit (BA) und leitet seit 2014 die BA-Regionaldirektion für Berlin und Brandenburg. Dass Weise, der auch Chef der Bundesagentur ist, zum Jahresende als Leiter des BAMF aufhört, ist schon länger bekannt. Um die Nachfolge zu regeln, müssen mehrere Gremien beteiligt werden. Auch das Bundeskabinett muss die Personalie billigen. Wann es dazu kommt, ist noch unklar. Angestrebt ist aber eine längere Übergabephase. Den Berichten zufolge soll Cordt von Oktober an in der Nürnberger BAMF-Zentrale sein. Sie soll aber zunächst eingearbeitet werden und im neuen Jahr die Leitung übernehmen.

Auf die 52-Jährige kommen schwierige Aufgaben zu. Aktuell stapeln sich in der Behörde mehr als eine halbe Million noch nicht entschiedene Asylanträge. Bei seinem Amtsantritt im September 2015 hatte Weise den Auftrag bekommen, den Antragsstau zu beseitigen. Vor Kurzem räumte er jedoch ein, den Berg nicht bis zum Jahresende vollständig abbauen zu können. Etwa 200 000 komplexe Altfälle werde man erst 2017 abschließen können - voraussichtlich bis zur Jahresmitte.

Die sportliche Chefin Cordt tritt selbstbewusst und mit sachlicher Ruhe auf. In ihrem Umfeld bescheinigt man ihr große Durchsetzungsfähigkeit und hohes Engagement. Sie sei in der Lage, schnell komplexe Themen zu erfassen und Lösungen zu erarbeiten. Cordts Laufbahn begann im Landesarbeitsamt Nordrhein-Westfalen. Später führte ihr Weg unter anderem nach Ravensburg, Saarbrücken, in die Nürnberger Zen trale und nach Chemnitz. Vor einem Jahr startete ihre Agentur mit einem Modellprojekt für Flüchtlinge, bei dem diese bereits kurz nach ihrer Ankunft über ihre Berufschancen beraten werden.

Jutta Cordt kam am 24. August 1963 in Herne zur Welt und wuchs in Bochum auf.