Ob Pflegedienste, Kfz-Werkstätten oder Fuhrunternehmen - in der Lausitz ist besonders die Dienstleistungsbranche vom anstehenden Generationswechsel betroffen. Gemessen nach Landkreisen liegt in Südbrandenburg der Kreis Dahme-Spreewald mit großem Abstand vorn: 2300 Betriebe werden derzeit noch von Senior-Chefs geleitet, die ihre Firmen übergeben möchten. In Cottbus benötigen etwa 1200 Unternehmen einen Nachfolger.

Das geht aus einer Übersicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus hervor. Insgesamt stehen mehr als 10 000 Betriebe in Südbrandenburg demnächst vor einem Generationswechsel. "Unternehmen machen sich zu spät Gedanken über die Nachfolge", sagt Janine Mahler. Die IHK-Pressesprecherin erläutert, dass von der Sensibilisierung bis zur Umsetzung einer Nachfolgeregelung "schnell bis zu fünf Jahre und mehr vergehen".

Deutschlandweit ist erneut die Zahl der Alt-Inhaber, die sich auf Nachfolgersuche befinden, gestiegen. Für eine Betriebsübernahme hingegen interessieren sich immer weniger. Die geringe Gründerneigung und die Demografie sind nach IHK-Einschätzung zwei langfristige Trends, die immer stärker auf den Mittelstand durchschlagen.

Fast jeder zweite potenzielle Übernehmer hat Schwierigkeiten, die Unternehmensnachfolge finanziell zu stemmen. Damit bleibt die Finanzierung die schwierigste Hürde bei der Betriebsübernahme, heißt es im aktuellen DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge.

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