Auf dem Landesparteitag warnte Junghanns am Samstag in Potsdam die von Ministerpräsident Matthias Platzeck geführten So zialdemokraten demonstrativ vor einem rot-roten Regierungsbündnis. Er sagte: „Das wäre den Menschen im Lande nicht zumutbar und ein Zurück zur kleinen DDR.“ Junghanns reagierte damit auf von der Linkspartei mit einem Strategiepapier ins Gespräch gebrachte vorgezogene Neuwahlen (die RUNDSCHAU berichtete), aber auch auf eine deutliche Verbesserung des Verhältnisses von SPD und Linken.
Wie Junghanns, der von einer „Absteigerpartei“ sprach, richtete auch der neue CDU-Generalsekretär Rolf Hilke ungewöhnlich scharfe Angriffe auf die Linkspartei. Obwohl diese im Landtag die zweitgrößte Fraktion vor der Union stellt, bezeichnete Hilke sie als „derart linksextreme Truppe“ , die in Brandenburg niemals Verantwortung übernehmen dürfe. Der Rechtsanwalt und Oder-Spree-Kreischef wurde auf dem Parteitag mit einem denkbar knappen Ergebnis zum neuen Parteimanager gewählt. Für Hilke votierten 122, gegen ihn 99 Delegierte, was einem Ergebnis von 55,2 Prozent entspricht. Zwar blieb damit ein neuer offener Machtkampf in der CDU und eine Demontage von Junghanns aus. Das knappe Hilke-Ergebnis wollte Junghanns dennoch nicht als Beleg dafür sehen, dass die Union nach wie vor in zwei Lager um ihn und seinen nur knapp unterlegenen Kontrahenten, den Ex-Generalsekretär und heutigen Vizeparteichef Sven Petke, gespalten ist.

Skepsis gegenüber Hilke
Das Ergebnis führte Junghanns auf „Befindlichkeiten“ gegenüber Hilke zurück. Tatsächlich gibt es in der Partei eine durchaus verbreitete Skepsis, ob der bisher lediglich als Kommunalpolitiker tätige Hilke dem Amt als Parteimanager gewachsen ist. Nach der Wahl sprach Hilke von einem „ehrlichen Ergebnis“ . Im Vorfeld des Parteitages war in der Union nicht ausgeschlossen worden, dass Hilke scheitern, Junghanns so zum Rücktritt gezwungen werden und von Kulturministerin Johanna Wanka beerbt werden könnte. Mit Blick auf Berichte, wonach das „Petke-Lager“ bereits bei Wanka sondiert hatte, sagte Junghanns: „Ich vertraue Johanna Wanka.“ Das konnten Delegierte als leises Warnsignal an die Parteifreundin verstehen.

„Partei im Aufwind“
Vor allem aber präsentierte Junghanns in seiner Rede die Union - trotz innerer Konflikte - als selbstbewusste „Partei im Aufwind“ . Die CDU sei in der Koalitionsregierung ein solider, verlässlicher Partner und habe nach der jüngsten Umfrage mit 23 Prozent gegenüber der Landtagswahl 2004 fast vier Prozent zugelegt - trotz des Führungswechsels. „Keine Landesregierung in Brandenburg habe bisher so erfolgreich gearbeitet wie die heutige“ , so Junghanns. Dies liege an der CDU, die „verantwortlich und patriotisch“ , aber auch „grenzenlos realistisch“ sei.
Auf dem Parteitag wurde zudem einstimmig ein neues Parteiprogramm beschlossen, in dem die Union unter anderem für ein beitragsfreies letztes Kita-Jahr und für ein Schuldenverbot für öffentliche Haushalte eintritt.