Dubai ist Hauptinvestor des Projektes, dessen Gesamtfinanzierung noch immer nicht gesichert ist. Ein Problem, das nach Angaben von Junghanns natürlich zur Sprache kommen werde. Die Scheichs, die 250 Millionen Dollar in die Chipfabrik an der Oder stecken wollen und dafür die Zusage für den Bau einer Folgefabrik in Dubai haben, zeigen dem Vernehmen nach "großes Interesse an dem Besuch".
Junghanns absolviert bis Montag Abend ein Mammutprogramm: Rund 15 Gesprächstermine mit Herrschern und Regierungsmitgliedern der Emirate, darunter auch einer mit H.H. Sheikh Mohammed bin Rashid al Maktoum, Kronprinz von Dubai und Verteidigungsminister der Vereinigten Arabischen Emirate. Der "starke Mann" Dubais will den Wüstenstaat zum High-Tech-Produzenten machen. Die Verträge sehen deshalb auch eine Kooperation mit dem Frankfurter Institut für Halbleiterphysik (IHP) vor.
In Sharjah will Junghanns mit Kronprinz H.H. Sheikh Sultan bin Mohammed al Qassimi zusammentreffen - eine besonders heikle Mission. Denn Fürniß hatte die Million-Dollar-Überweisung damit gerechtfertigt, dass er mit der Herrscherfamilie von Sharjah befreundet sei. Nachträglich hatte diese gegenüber der Staatsanwaltschaft Frankfurt an der Oder bestätigt, dass es sich bei der Zahlung um einen Kredit handele.
Es wird kein leichtes Programm für Junghanns, der sich erstmals auf internationalem Parkett bewegt. Zudem muss er damit rechnen, dass sein Besuch von neuen Enthüllungen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" überschattet werden könnte. Das Magazin soll, nachdem ihm die im Zusammenhang mit der Chipfabrik geschlossenen Verträge vorliegen, einen "Rundumschlag" planen und neue Fragen aufwerfen. Junghanns will am Dienstag rechtzeitig zurück kommen, um am Tag darauf an seiner ersten Landtagssitzung als Minister in die Bütt zu gehen. In einer von der PDS beantragten Aktuellen Stunde soll er zur Chipfabrik Rede und Antwort stehen.