"Ich bedaure die Art des Umgangs der Berliner SPD mit dem Thema", erklärte er gestern in Potsdam. Anfang des Monats habe sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit "geschmückt wie ein Bräutigam vor dem Fusionsaltar" gesehen. "Nun hat ihm die SPD-Vizechefin den Hochzeitsanzug ausgezogen", sagte Junghanns.
Die stellvertretende Landesvorsitzende Iris Spranger sagte gestern: "Berlin hat sich immer um eine Fusion bemüht. Aber wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es in Brandenburg kein intensives Interesse an einem Länderzusammenschluss gibt. Man muss den Menschen sagen, dass eine Fusion auf absehbare Zeit kaum Chancen haben wird." Erstmals haben damit führende Berliner Sozialdemokraten eingeräumt, dass sie kaum noch Chancen für die angestrebte Länderfusion sehen. Ralf Hillenberg, Sprecher des rechten SPD-Flügels, sagte: "Für eine Länderfusion sehe ich keinen Spielraum mehr."
Junghanns betonte, dies sei einmal mehr ein unnötiges Theater, das den "Menschen unserer Region die Fusion madig" mache. "Das ist nicht unser Stil. Die Länderfusion ist wichtig für die Wirtschaft und für die Menschen in der deutschen Hauptstadtregion. Mit einem so wichtigen Thema spielt man nicht."
Die Brandenburger Links partei.PDS kritisierte die Haltung der Berliner SPD scharf. Der Landesvorsitzende Thomas Nord erklärte: "Diese sozialdemokratische Kakophonie in der Fusionsfrage und windige Haltung führender SPD-Politiker wird immer mehr zum Entwicklungsrisiko für die Region." (dpa/ab)