Das betreffe auch die Sicherheit in der afghanischen Hauptstadt, wo die Zahl der Anschläge zurückgegangen sei. Der zivile Wiederaufbau mache ebenfalls Fortschritte. Vor Jungs Besuch waren am Dienstag drei Raketen außerhalb des Feldlagers in Kundus eingeschlagen. Niemand war verletzt worden.Jung traf in Kabul unter anderem mit seinem afghanischen Amtskollegen Abdul Rahim Wardak zusammen. Nach dem Gespräch verwies Jung auf Angaben der Vereinten Nationen vom vergangenen Sommer, wonach der Schlafmohnanbau in Afghanistan 2008 verglichen mit dem Vorjahr um 19 Prozent abgenommen habe. Trotz des Rückgangs war Afghanistan im vergangenen Jahr nach UN-Angaben aber erneut für 93 Prozent der weltweiten Produktion von Opium verantwortlich, dem Grundstoff für Heroin. Jung sagte, den Bauern müssten Alternativen zum Anbau von Schlafmohn geboten werden. Vor seinem Rückflug nach Deutschland betonte er, in Zukunft werde es wichtig werden, mehr lokale Entscheidungsträger in Afghanistan einzubeziehen.Jung sagte in Kundus, die afghanische Regierung müsse dafür sorgen, dass die Hilfsmittel in den Regionen ankommen. Die Afghanen müssten spüren, dass die internationale Gemeinschaft sie unterstützt. Jung traf in Kundus deutsche Soldaten und Stammesälteste. Im vergangenen Jahr waren drei deutsche Soldaten in der Provinz Kundus getötet worden. Seit Beginn des Bundeswehr-Einsatzes vor mehr als fünf Jahren hat sich die Sicherheitslage dort deutlich verschlechtert. In Kundus sind rund 770 deutsche Soldaten stationiert. Größter Bundeswehr-Stützpunkt in Afghanistan ist Masar-i-Scharif mit 2000 Soldaten.In Masar-i-Scharif und am dritten nordafghanischen Bundeswehr-Standort Feisabad ist Jung am Dienstag gewesen. Insgesamt sind derzeit 3800 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan im Einsatz. Das Mandat des Bundestags lässt die Entsendung von bis zu 4500 Soldaten zu. Es wird nicht erwartet, dass die Bundesregierung der Aufforderung der USA nachkommen und die Truppen aufstocken wird. Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan antwortete am Dienstag auf die Frage, ob der deutsche Einsatz ausreiche, mit einem "uneingeschränkten Ja". dpa/cd