Dass ein Sprecher von Taliban-Chef Mullah Omar Verhandlungen erneut abgelehnt habe, zeige allerdings, "dass Mullah Omar weiter an einem gewalttätigen, einem radikalen und auch für Afghanistan sehr schädlichen Kurs festhalten will". Vor dem an diesem Mittwoch geplanten Besuch Jungs im nordafghanischen Bundeswehr-Feldlager in Kundus schlugen dort am Dienstag zwei Raketen ein. Bei dem Angriff sei niemand verletzt worden, sagte Jungs Sprecher Thomas Raabe. US-Vizepräsident Joe Biden zeigte sich unterdessen überzeugt, dass die westlichen Staaten auch Kontakt zu "gemäßigten Taliban" in Afghanistan und Pakistan suchen müssen. "Ich denke, die Mühe lohnt, herauszufinden, ob es jene gibt, die bereit sind, an einem sicheren und stabilen afghanischen Staat mitzuwirken", sagte Biden, der damit eine Ankündigung von US-Präsident Barack Obama unterstützte. Verteidigungsminister Jung hatte am Montagabend bei einem Zwischenstopp in Usbekistan betont, Verhandlungen mit den Taliban sollte es nur mit zweifelsfrei gewaltlosen Gruppen geben. Nach einem Besuch in der Polizeiakademie in Masar-i-Scharif sagte Jung, die Polizeiausbildung komme voran. Zuvor hatte er mit einem symbolischen Spatenstich den Bau einer neuen Start- und Landebahn in Masar-i-Scharif begonnen. Der Minister hatte am Dienstag zunächst die Truppen im Feldlager in Masar-i-Scharif und dann im deutschen Wiederaufbauteam Feisabad besucht. Derzeit sind rund 3500 deutsche Soldaten im Einsatz für die Afghanistan-Schutztruppe Isaf. Deutschland ist nach den USA und Großbritannien drittgrößter Truppensteller. dpa/das