Die EU-Staaten hatten im September die Verteilung von insgesamt 160 000 Asylbewerbern in Europa vereinbart, allerdings geht dies in der Praxis kaum voran. Vor allem die ost- und mitteleuropäischen Staaten sind dagegen. Lediglich 232 Flüchtlinge sind bislang aus Italien und Griechenland in andere EU-Länder gebracht worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat unmittelbar in Brüssel eine spürbare Reduzierung der illegalen Zuwanderung nach Europa gefordert. "Die illegale Migration muss stark und deutlich eingeschränkt werden", sagte sie.

Auf die Frage, wie das Jahr 2016 werde und welche Schwierigkeiten er erwarte, antwortete Juncker: "Ich mache mir keine Illusionen."

Wichtiges Thema sei auch der bessere Schutz der Außengrenzen. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, dass EU-Grenzschützer auch gegen den Willen von Staaten aktiv werden sollen - dies ist umstritten. Bis zur Jahresmitte, also innerhalb von sechs Monaten, wollen die Staaten die Eckpunkte festlegen. "Die normale Dauer ist sechs Monate, aber dann muss es stehen und laufen", sagte Juncker.

Indes hat die Türkei angekündigt, dass sie den Zustrom von Flüchtlingen aus Syrien mit der Einführung einer Visumspflicht bremsen will. Sie solle vom 8. Januar an gelten, erklärte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bei einem Treffen mit Spitzenvertretern von EU-Ländern in Brüssel. Außerdem solle die Zusammenarbeit mit der griechischen Küstenwache ausgebaut werden. Eine Zusammenarbeit mit der Türkei gilt in der EU als Schlüssel, um den Druck in der Flüchtlingskrise zu verringern. In dem Land sind bereits rund zwei Millionen Flüchtlinge aus Syrien untergekommen.

Um ihre Situation zu verbessern, will die EU dem Land mit drei Milliarden Euro helfen. Mehrere EU-Länder wollen der Türkei zudem Flüchtlingskontingente abnehmen.

Zum Thema:
Flüchtlinge: Die EU-Staaten wollen zum nächsten Sommer mit einer effektiven Grenzschutzpolizei die europäischen Außengrenzen besser sichern. Bis Ende Juni 2016 sollen umstrittene Details geklärt werden. Wirtschafts- und Währungsunion: Die EU will die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion vorantreiben. Der deutsche Widerstand gegen eine gemeinsame Einlagensicherung für die europäischen Banken bleibt ungebrochen.