Dennoch bleibt die Jugendweihe die beliebteste Form der Aufnahme in den Kreis der Erwachsenen. Für die Feier der Kommunion bei der Evangelischen-Lutherischen Landeskirche haben sich in diesem Jahr 4000 Jugendliche angemeldet. Konfirmanden stellen damit die zweitstärkste Gruppe.
"Der Teilnehmerschwund spiegelt den Geburtenrückgang in den Jahren nach der Wende wider", sagte Lehmann. Auch wegen finanzieller Nöte und Hartz IV würden Familien zunehmend verzichten. Eine repräsentative Studie zu den Hintergründen ist beim Verband im Gespräch. Im Vorjahr buchten 13 800 Teenager die Veranstaltung. Im Jahr 2001/02 hatten sich rund 33 000 Jugendliche angemeldet. Etwa ein Viertel der Teilnehmer jedes Jahrgangs besucht die vom Verband angebotenen kostenlosen Vorbereitungsstunden. Mit den Kursen aus DDR-Zeiten hätten die nichts mehr gemein. Lehmann sagte: "Der politische Hintergrund besteht nicht mehr." Der Verein unterhält sachsenweit 13 Regionalbüros mit 72 Kontaktstellen. Von März bis Juni finden in Sachsen in diesem Jahr 170 Feierstunden statt.
"Die Kommunion der sächsischen Landeskirche erreicht seit Jahren etwa ein Fünftel jedes Jahrgangs", sagte Kirchenamtssprecher Matthias Oelke. Nach Jahren des Schrumpfens auf fast die Hälfte wuchsen die Konfirmandenrunden 2006 leicht um 1,4 Prozent. Als Ursachen für geringere Teilnehmerzahlen werden neben den geburtenschwachen Jahrgängen auch der Wegzug zahlreicher Familien Richtung Westen gesehen.
Eine Studie des Institutes für Marktforschung Leipzig im Auftrag des Sozialministeriums nennt den Anteil gefirmter Jugendlicher bei einem Prozent der Altersgruppe. (dpa/ta)