In Brandenburgs vom Land und von den Kommunen geförderten Theatern ist die finanzielle Situation stabil. Das ergab eine Umfrage. Es komme aber immer wieder zu Kürzungen und Umschichtungen bei den freien Theatern, sagte Reinhard Drogla, Vorstandschef des Landesverbandes Freier Theater Brandenburg. Davon sei auch das Cottbuser piccolo-Theater betroffen, das Drogla leitet.
Er schätzt die finanzielle Lage der betroffenen Bühnen als äußerst kompliziert ein. Die Haltung der im Land Verantwortlichen gegenüber Kinder- und Jugendtheatern stehe "im krassen Gegensatz zur politisch postulierten Wertigkeit von Kindheit, Kindern sowie Jugend und Jugendlichen", kritisierte er. In Brandenburg gibt es nach Auskunft von Drogla 23 Kinder- und Jugendtheater - einige davon sind Sparten von größeren Bühnen. In den Ensembles spielen überwiegend Profi-Schauspieler.
Bei der 2005 als "Theater des Jahres" ausgezeichneten Neuen Bühne Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) ist die Finanzierung in einem Theatervertrag vorerst bis 2009 gesichert. Demnach fließen jährlich vier Millionen Euro von einem Zweckverband, dem auch das Land angehört, an die Bühne. Diese bietet auch Kinder- und Jugendstücke an. "Die Mitarbeiter werden seit drei Jahren nach einem Haustarifvertrag bezahlt", erläuterte Pressesprecherin Anne Zwanzig. "Große Sprünge können sie aber nicht machen."
"Wir müssen jedes Jahr knapsen", berichtete auch Torsten Gesser, Leiter des Theaters des Lachens in Frankfurt (Oder). Auf etwa 250 000 Euro belaufe sich die Förderung von Stadt und Land für das Haus mit mehr als 10 000 Zuschauern jährlich. "Es wird jedoch peu à peu weniger." Als einziges professionelles Puppenspieltheater im Land habe die Bühne jedoch eine kulturpolische Aufgabe, fügte Gesser hinzu. Er halte es etwa für wichtig, auch Grimms Märchen weiter aufzuführen und nicht nur "Quotenbringer" wie "Der kleine Eisbär".
Dem jungen Publikum weiter viel Kunst bieten, das wollen die Kinder- und Jugendtheater in Sachsen.
Sachsen kann auf eine reiche Theaterlandschaft für kleine Fans bauen. In Leipzig und Dresden gibt es zwei Kinder- und Jugendtheater. In beiden Städten sowie in Chemnitz, Bautzen und Zwickau kommen noch kommunale Puppenspielbühnen hinzu. Das Musiktheater in Görlitz hat seinen Fokus auf jüngere Besucher gerichtet. Alle diese Theater haben ihren Ursprung in der DDR.
Das Leipziger Theater der Jungen Welt plagen vor allem Platzsorgen: "Es fehlt eine Spielstätte für 100 Personen. Und es fehlen Probebühnen im Haus oder in der Nähe", berichtete Chefdramaturgin Marion Firlus.
Seit der Wende hat das Haus abspecken müssen. 1990 gab es noch 65 Stellen, heute machen die Leipziger mit 53 Beschäftigten Theater. Pro Spielzeit gibt es mehr als 600 Vorstellungen, darunter auch Auftritte in Klassenzimmern und im Kindergarten. "Bei etwa 50 000 Besuchern im Jahr wird fast jedes Kind in Leipzig erreicht", rechnete Firlus vor. Die Finanzierung werde aufgrund steigender Kosten aber ab 2007/2008 schwierig.
Das Theater Junge Generation in Dresden musste gleichfalls Federn lassen. "Dem Spardruck wurde über die Reduzierung von Personalkosten entgegengewirkt", erklärte Intendant Dietrich Kunze. Dennoch hielt das Haus seine hohe Spielfrequenz. Jährlich bietet es im Schnitt 32 Repertoire-Stücke, etwa 16 Premieren und insgesamt rund 700 Vorstellungen.