Dafür seien insgesamt 210 000 Euro geflossen, sagte der Industrie-Erbe und Stiftungs-Chef Friedrich Christian Flick gestern in Potsdam. Es würden Bildungs- und Erziehungsprojekte, Vorhaben der multikulturellen Zusammenarbeit sowie sportliche Aktivitäten unterstützt.
Der in der Schweiz lebende Flick nannte auch Begegnungen mit Zeitzeugen sowie den Jugendaustausch mit Osteuropa. Er hatte die Stiftung angesichts der vielen rechtsextremistischen Übergriffe in Brandenburg im September 2001 ins Leben gerufen und mit einem Kapital von fünf Millionen Euro ausgestattet. Sie hat ihren Sitz in den Räumlichkeiten des Moses Mendelssohn Zentrums in Potsdam.
Mitglieder des Stiftungsrates sind neben Flick die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur, Monika Griefahn (SPD), der frühere DDR-Bürgerrechtler und Wittenberger Pfarrer Friedrich Schorlemmer sowie der ehemalige BDI-Vizepräsident Eberhard von Koerber.
Die Arbeit beim Kampf gegen Rechts konzentriere sich vorrangig auf Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 15 Jahren, erläuterte Flick. In dieser schwierigen Übergangszeit sei das Orientierungsbedürfnis der Heranwachsenden besonders groß. Dazu komme die Verunsicherung durch drohende Arbeitslosigkeit. Hoffnungslosigkeit und Zukunftsangst produzierten immer wieder extreme Einstellungen und Gewaltbereitschaft.
Angesichts der Abwanderung junger Fachkräfte in westliche Bundesländer wolle die Stiftung künftig etwas für Jugendinitiativen in ländlichen Gebieten tun.
Da viele ostdeutsche Gemeinden nach der Flutkatastrophe vom vergangenen Sommer bei der Jugendarbeit gekürzt hätten, habe er spontan nochmals 250 000 Euro zur Verfügung gestellt. (dpa/ta)