Damals hatte der 16-Jährige gegen Haasenburg-Betreuer Anzeige wegen Beleidigungen, Körperverletzungen und Misshandlungen erstattet.

Die neuerliche Flucht eines Jugendlichen aus einem Heim der umstrittenen Haasenburg GmbH in Neuendorf am See hat vorläufig keine Konsequenzen für den Träger der Einrichtung. Das sagte der Sprecher des Potsdamer Jugendministeriums, Stephan Breiding der RUNDSCHAU. "Wir prüfen aber, ob es Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung gibt", so Breiding weiter.

Die bildungspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Marie-Luise von Halem, plädierte dafür, den Anfang September teilweise aufgehobenen Belegungsstopp wieder auf alle Heime der Haasenburg auszuweiten. "Er muss so lange aufrecht erhalten werden, bis die Vorwürfe durch die vom Ministerium eingesetzte Untersuchungskommission beziehungsweise durch die laufenden strafrechtlichen Verfahren aufgeklärt worden sind." Der betroffene Jugendliche müsse aus Gründen des Zeugenschutzes in einem anderen Heim untergebracht werden.

Auch der bisher für eine Fortsetzung der geschlossenen Unterbringung votierende bildungspolitische Sprecher der CDU, Gordon Hoffmann, sprach sich gegenüber der RUNDSCHAU für eine Unterbringung des Jungen in einer anderen Einrichtung aus. "Es ist problematisch, wenn er bei der Staatsanwaltschaft gegen seinen Betreuer aussagt, und dann wieder mit ihm unter einem Dach leben muss", so Hoffmann. Er hoffe, dass die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen die Vorwürfe des 16-Jährigen schnell aufklären können.