Im Stadthaus am Cottbuser Altmarkt liegen selbst gemalte Bilder - richtige kleine Kunstwerke - zum Beispiel vom bekannten Palmenhaus in Zielona Gora oder ein riesiges selbst gefertigtes Buch mit Skizzen und Fotos aus der Partnerstadt und den dazu gehörigen Erläuterungen. Auf einem anderen Tisch stehen kleine Krebse, die anlässlich des 850. Stadtjubiläums herausgegeben wurden. Einige Mädchen und Jungen haben sich in dieser Woche mit der Geschichte des Stadtwappens beschäftigt. Und dabei nicht nur herausgefunden, dass der Krebs ein oft genutztes Wappentier vieler Orte ist. Einigen der rund 30 Zentimeter großen Tiere haben sie ein interessantes Aussehen gegeben. Bei einem wurden zum Beispiel die deutschen und polnischen Nationalfarben gekonnt miteinander verbunden und so entstand ein "Krebs der Freundschaft", den die Gruppe der Cottbuser Oberbürgermeisterin Karin Rätzel (parteilos) übergab.
Bei der Präsentation der Projektergebnisse herrscht wie auch bei den Workshops und Führungen eine gelöste Atmosphäre - kein Wunder, die Ergebnisse können sich sehen lassen. Eine Gruppe hat ein Würfelspiel entwickelt, bei dem das Staatstheater und das Kino "Weltspiegel" als Brettunterlage dienen. Das Spiel enthält Fragen rund um die Städte - wie bei allen Projekten in deutscher und polnischer Sprache. "Unser Verein präsentiert sich oft auf deutschen und polnischen Messen und da ist das Spiel eine tolle Möglichkeit Besucher auf diese originelle Art über die beiden Städte aufzuklären", freut sich Projektleiterin Anna Engelmann über die Arbeit.
Die Mädchen und Jungen zwischen 13 und 16 Jahren haben schon sehr enge Kontakte geknüpft, zum Teil sind echte Freundschaften entstanden. "Wir reden munter durcheinander - in Deutsch, Englisch, Polnisch oder auch mal mit Händen und Füßen", erzählt Julia Schröter aus Mattendorf (Spree-Neiße-Kreis) und lacht ihre Freundin Asia an. Die beiden Mädchen, 15 und 16 Jahre alt, kennen sich schon mehrere Jahre und sind bei den Projektwochen gern dabei. "Man lernt dabei nicht nur viel über die Geschichte, sondern auch über seine eigene Stadt und wir haben viel Spaß", begründet Julia. "Außerdem lerne ich neue Leute kennen und ich kann meine Deutschkenntnisse verbessern", ergänzt Asia Koperwua aus Zielona Gora. Die junge Polin ist "sehr beeindruckt von der alten Architektur in Cottbus. Aber es ist schade, da ss die schönen alten Bäume am Staats theater und damit der Parkcharakter verschwunden sind."
Was die Jugendlichen Spaß-miteinander-haben nennen, heißt in der großen Politik Jugend- und Interessenaustausch, gemeinsames Arbeiten und Lernen, Verständnis für die Kultur und Geschichte des anderen aufbringen und sich mit den Sichtweisen der anderen Seite auseinander zu setzen. Bei den Projektwochen des Deutsch-Polnischen Vereins in Zielona Gora und Cottbus ist dieses Ziel schon erreicht.