Dennoch werben die Spitzenkandidaten über das Internet natürlich gerade um die Stimmen der Jungen. Viele jüngere Italiener bleiben aber enttäuscht von der Politik und wollen ihre Stimme bei der Wahl am Sonntag und Montag gar nicht abgeben. "Das interessiert mich alles nicht. Die Politiker sind alle gleich", sagt die 18 Jahre alte Sara Grillo der Zeitung "La Stampa". 38 Prozent der 18- bis 29-Jährigen haben in einer Umfrage angegeben, nicht zur Wahl gehen zu wollen. Für ihre schlechten Zukunftschancen machen sie oft die Politik verantwortlich.

37 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos. Selbst ein Studium oder eine Ausbildung garantieren keinen Job. "Die Politiker stehen nicht auf der Seite der einfachen Leute", meint der arbeitslose Marco Valenti (21). Alle vier Spitzenkandidaten - der scheidende Regierungschef Mario Monti, Pier Luigi Bersani, Silvio Berlusconi und Populist Beppe Grillo - sind schon jenseits der 60 und damit relativ weit weg von den Sorgen und Nöten der jungen Menschen. Die besten Karten bei den Jugendlichen hat noch der Komiker Beppe Grillo mit seiner Internetbewegung "5 Stelle" (Fünf Sterne). Von den unter 23-Jährigen will fast jeder Dritte ihn wählen. Eine wichtige Rolle im italienischen Wahlkampf spielt das Internet. In den sozialen Netzwerken, bei Twitter und Facebook kann vor allem Grillo punkten. Er hat auf Twitter fast 900 000 Follower, Monti nur rund 226 000, während Silvio Berlusconi gar nicht erst twittert. Dafür ist der umso aktiver auf Facebook, wo er um die 486 000 Gefällt-mir-Klicks hat. Grillo kommt auf über eine Million.